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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ordnung im MANV Chaos – prospektiv-randomisierte Evaluation des TraumaTacticsBoards

Richard-Tobias Moeller - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
Udo Kaisers - Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
Florian Gebhard - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
Alexander Eickhoff - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland
Simon Bauknecht - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Vor dem Hintergrund einer erhöhten Bedrohungslage durch terroristische Anschläge und internationale Konflikte wurden in den letzten Jahren verschiedene Konzepte zur Resilienzsteigerung der Krankenhäuser mit Ziel der Kapazitätssteigerung zur Behandlung eines Massenanfalls von Verletzten (MANV) unter reduzierten Ressourcen entwickelt. Eines der Konzepte stellt die innerklinische Steuerung und Dokumentation der Patientenbehandlung vor. Mit einer prospektiv-randomisierten Evaluation soll es auf seine Praxistauglichkeit geprüft werden.

Material und Methoden: Insgesamt 24 freiwillige Chirurgen eines Maximalversorgers wurde ein fiktives Szenario eines Terroranschlages vorgetragen. Den Probanden wurden neben dem zeitlichen Ablauf des Ereignisses auch die Verletzungsmuster und Vitalparameter der einzelnen Patienten, die Entscheidungen der Sichtung und der weiteren Priorisierung und Disposition der Patienten bis hin zur Therapie und stationären Aufnahme anhand eines Skriptes standardisiert vorgetragen. Die Probanden sollten die für sie relevanten Patientendaten, Behandlungen und Ereignisse dokumentieren. Hierzu konnten sie entweder die bisherigen Dokumentationshilfen aus mehreren DIN A3 Blättern (Gruppe A) oder die neu entwickelten Dokumentationshilfen (Gruppe B) verwenden [1]. Die Zuteilung zu den jeweiligen Gruppen erfolgte randomisiert. Zum Abschluss wurde allen Probanden 14 Fragen zum Szenario gestellt, die sie anhand ihrer Aufzeichnungen beantworten sollten. Zusätzlich wurden die subjektiven Eindrücke der Probanden anhand von Skalen abgefragt.

Ergebnisse: Die Fragen des Szenarios konnten von der Gruppe B hochsignifikant schneller (14,2 s ggü. 19,1 s) und korrekter (103 Fragen ggü. 51 Fragen) beantwortet werden als von der Gruppe A (p<0,001). Die Untergruppenanalysen mit je 3 Fragen zur „Priorisierung“ und „Disponierung“ ergaben keine signifikanten Unterschiede. Die Untergruppe zur Beurteilung der Ressourcen mit 8 Fragen zeigte in Bezug auf Geschwindigkeit (13,7 s ggü. 20,9 s) und Korrektheit der Antworten (64 ggü. 26) signifikante Unterschiede (p<0,001) zugunsten Gruppe B. Subjektiv gaben die Probanden der Gruppe B eine signifikant übersichtlichere Darstellung an (71 ggü. 43,7 Punkten, p=0,004) und fühlten sich sicherer in Bezug auf die Gesamtsituation (46,3 ggü. 30,3 Punkte, p=0,047).

Diskussion und Schlussfolgerung: Das neue Konzept der innerklinischen Dokumentation eines MANV stellt die Informationen zur Beurteilung der verfügbaren Klinikressourcen für den Anwender signifikant übersichtlicher dar als die bisherigen Dokumentationsmittel. Die Informationen über die verfügbaren Ressourcen können nicht nur schneller, sondern auch korrekter erfasst werden.


References

[1] Moeller RT, Gebhard F, Friemert B, Achatz G, Holsträter T, Bauknecht S. Überblick im Terror-MANV – ein neues Klinikkonzept [Keeping the big picture in Terror-MASCAL-A new hospital concept]. Unfallchirurgie (Heidelb). 2023 Aug;126(8):662-668. German. DOI: 10.1007/s00113-023-01350-9