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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Dynamische MPFL-Rekonstruktion: Vergleichbare klinische 2-Jahres Ergebnisse und geringere operative Ressourcen im prospektiven Vergleich zur statischen MPFL-Rekonstruktion

Hauke Horstmann - Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover – DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Roman Karkosch - Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover – DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Carolin Grandjot - Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover – DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Tomas Smith - Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover – DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Alexander Ellwein - Diakovere Friederikenstift, Hannover, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die statische MPFL Rekonstruktion ist eine etablierte Therapieform zur Behandlung der patello-femoralen Instabilität. Jedoch stellt die femorale Transplantat-Fixation einen Schwachpunkt dieser Technik dar. Die dynamische MPFL Rekonstruktion, die ohne proximales Ablösen und femorales Fixieren der Transplantat-Sehne auskommt, kann diese Problematik zuverlässig vermeiden. In dieser prospektiven Zweicenterstudie werden die beiden Techniken miteinander verglichen.

Material und Methoden: Ab 5/2022 wurden insgesamt 62 Patienten bei patello-femoraler Instabilität operativ versorgt. 29 Patienten erhielten eine MPFL-Rekonstruktion in dynamischer Technik (Dyn). Hierbei wurde die Gracilis-Sehne proximal abgesetzt und nach transpatellarer Bohrung mittels Biotenodese-Schraube in der Patella fixiert. 33 Patienten wurden in statischer Technik mit der MPFL-Rekonstruktion nach Schöttle versorgt (Stat). Dabei wurden drei Nahtanker verwendet. Etablierte Scores (Kujala, IKDC und NRS) sowie Operationszeit und Implantatverbrauch wurden als Endpunkte definiert. Eingeschlossen wurden volljährige Patienten mit Indikation zur MPFL-Rekonstruktion inklusive gegebenenfalls notwendiger Knorpeltherapie. Ausgeschlossen wurden Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen, Revisionseingriffe, knöchernen Fehlstellungen inklusive erhöhtem TTTG, Trochleadysplasie sowie tibialer oder femoraler Achsfehlstellung.

Ergebnisse: Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Operation lag bei 25,8 ± 8,3 Jahren (Dyn: 26,7 ± 8,2; Stat: 25,0 ± 8,3). Die Eingriffe wurden von 13 verschiedenen Chirurg:innen mit einer durchschnittlichen Operationszeit von 60,6 ± 20,5 Minuten (Dyn: 8 Chirurg:innen, Operationszeit 56,9 ± 18,0; Stat: 5 Chirurg:innen, Operationszeit 62,1 ± 20,3; p=0,3) durchgeführt. Der in der numerischen rating Skala (NRS) gemessene Schmerz fiel von präoperativ Dyn 3,1 ± 2,8/Stat 4,1 ± 3.0 auf Dyn 1,0 ± 2,1/Stat 2,0 ± 2,8 nach zwölf Monaten und Dyn 0,5 ± 1,1 / Stat 1,0 ± 1,8 (p=0,4) nach 24 Monaten. Der Kujala Score stieg in beiden Interventionsgruppen von präoperativ Dyn 67,8 ± 18,1/Stat 56,13 ± 20,2 auf Dyn 88,0 ± 16,2/Stat 85,8 ± 18,0 nach zwölf Monaten und Dyn 93,1 ± 9,7/Stat 89,0 ± 12,1 (p=0,3) nach 24 Monaten. Es trat eine traumatische Reluxation in der dynamischen MPFL-Gruppe auf, während in der statischen MPFL-Gruppe ein patellarer Knorpelschaden auffiel. Infektionen oder andere operationsbedingte Komplikation wurden nicht beobachtet.

Diskussion und Schlussfolgerung: Im Follow-up von 24 Monaten ist die dynamische MPFL-Rekonstruktion eine vergleichbar sichere Möglichkeit zur Behandlung der patello-femoralen Instabilität. Im Verhältnis zur etablierten statischen MPFL-Rekonstruktion zeigt sich die dynamische Operationstechnik mit einer kürzeren Operationszeit und einem geringeren Implantatmaterialverbrauch. Der Kujala Score wie auch andere klinische Outcome Parameter verbesserten sich in beiden Interventionsgruppen vergleichbar.