German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach Berstungsfrakturen der thorakolumbalen Wirbelsäule – Ergebnisse einer internationalen prospektiven multizentrischen Kohortenstudie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Die optimale Versorgung von neurologisch intakten Patienten mit thorakolumbalen (TL) Berstungsfrakturen wird weiterhin kontrovers diskutiert. Ziel dieser Studie ist es, die Zeit bis zur zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nach operativ versus konservativer Therapie bei den o.g. Patientenkollektiv zu vergleichen.
Material und Methoden: Die Daten basieren aus einer prospektiven, beobachtenden multizentrischen Kohortenstudie, die die operative und konservative Therapie von TL-Berstungsfrakturen bei neurologisch intakten Patienten verglich. Das Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit wurde über die jeweiligen Tagebücher evaluiert, die zur Erhebung der indirekten Therapiekosten geführt wurden. Die demographischen Daten, die klinischen Daten wurden zwischen Patienten, die innerhalb von 3 Monaten und 1 Jahr die Arbeitsfähigkeit wiedererlangten mit denen verglichen, die weiter arbeitsunfähig verblieben. Zudem wurden die ODI-Werte verglichen. Es wurden Kaplan-Meier-Kurven erstellt, die die mittlere Zeit der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit für Patienten, die konservativ und operativ versorgt wurden, erfasst. Zudem wurde die Hazard Ratio (HR) zwischen beiden Behandlungsgruppen vergleichen.
Ergebnisse: Es wurden insgesamt 198 Patienten an vierzehn Standorten erfasst. Davon wurden 122 Patienten (61,6%) operativ versorgt und 76 (38,4%) konservativ. Patienten, die über einen Zeitraum von über 3 Monaten arbeitsunfähig verblieben, waren häufiger Raucher (19,2% vs. 8,2%, p = 0,04), erlitten häufiger ein Niedrigrasanzunfall (25,6% vs. 12,9%, p = 0,04) und wiesen höhere ODI-Werte nach 3 Monaten (Mittelwert (SD) 21,2 (14,6) versus 11,1 (11,0), p < 0.01 nach. Patienten, die nach über einem Jahr noch arbeitsunfähig waren häufiger Raucher (31,8% vs. 10,2%, p = 0,01) und zeigten höhere ODI-Werte zu Beginn (Mittelwert (SD) 70,3 (16,4) vs. 55,4 (19,7), p < 0,01) sowie nach 12 Monaten (Mittelwert (SD) 16,0 (14,4) vs. 6,4 (8,4), p < 0,01) auf. Es konnten keine signifikanten Unterschiede in der Art der Primärverletzung, der weiteren demographischen Daten, der Verletzungsparameter sowie dem Therapiekonzept festgestellt werden. Die mittlere Zeit bis zur Wiedererlangung der Arbeitsunfähigket unterschied sich zwischen der operativen und konservativen Patientengruppe nicht signifikant (84,0 Tage [95%-CI: 67,0-96,0] vs. 120,0 Tage [95%-CI: 71,0-136,0], p = 0,236). Auch die multivariable Cox-Regression wies keinen signifikanten Unterschied auf (HR: 1,23, 95%-CI: 0,79-1,92).
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit korrelierte mit dem Status des Rauchens und ging mit höheren ODI-Werten zu den jeweiligen Zeitpunkten einher. Alle weiteren demografischen und Verletzungsspezifischen Faktoren wiesen keine statische Korrelation mit der Dauer der Arbeitsunfähigkeit auf. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Zeit bis zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zwischen operativ und konservativ versorgter Patienten.



