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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Welche Unterschiede zeigen sich im humeralen Offset bei Verwendung von unzementierten Glenoidimplantaten (Metalback versus Hybrid)?

Valrik Dausch - Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ATOS-Klinik Fleetinsel Hamburg, Hamburg, Deutschland
Jakob Seibold - Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ATOS-Klinik Fleetinsel Hamburg, Hamburg, Deutschland
Iliass Belkhairi - Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ATOS-Klinik Fleetinsel Hamburg, Hamburg, Deutschland
Merve Saur - Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ATOS-Klinik Fleetinsel Hamburg, Hamburg, Deutschland
Constantin Minkner - Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ATOS-Klinik Fleetinsel Hamburg, Hamburg, Deutschland
Jörn Kircher - Schulter- und Ellenbogenchirurgie, ATOS-Klinik Fleetinsel Hamburg, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Wiederherstellung des Rotationszentrums, eines physiologischen Alignments sowie die Vermeidung eines übermäßigen humeralen Offsets (Overstuffing) sind entscheidend für Funktion und Langzeitüberleben der anatomischen Schultertotalendoprothese (aTSA). Aufgrund ihrer Bauart gelten Metalback-(MB)-Glenoide als potenziell overstuffing-anfälliger als moderne Hybrid-Glenoide. Ziel dieser Studie war die radiologische Analyse des humeralen Offsets und des Alignments bei schaftfreier aTSA mit unzementierten Glenoidkomponenten. Es wurde die Hypothese geprüft, dass Hybrid-Glenoide weniger Overstuffing verursachen als MB-Glenoide mit PE-Onlay.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive, monozentrische Single-Surgeon-Studie durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten nach aTSA im Zeitraum 2014–2025. Ausschlusskriterien waren relevante Begleitpathologien, Voroperationen sowie malrotierte Röntgenaufnahmen nach Suter-Henninger-Kriterien. Prä- und postoperative standardisierte a.-p.-Röntgenaufnahmen wurden ausgewertet. Gemessen wurden der modifizierte Critical Shoulder Angle (mCSA) sowie der humerale Offset (Distanz des humeralen Rotationszentrums zur lateralen Akromionbegrenzung, zum Glenoid und zum Korakoid). Die statistische Analyse erfolgte mittels Mann-Whitney-Test und Spearman-Korrelation (p < 0,05). Eine Poweranalyse wurde durchgeführt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 64 Patienten (44 weiblich; mittleres Alter 63,3 Jahre) analysiert. Präoperativ zeigten sich zwischen Hybrid- und MB-Glenoiden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich humeralem Offset oder mCSA. Postoperativ waren die Offsetwerte zur Korakoidreferenz in beiden Gruppen vergleichbar. Ein signifikanter Unterschied zeigte sich lediglich beim humeralen Offset zur Glenoidreferenz zugunsten der Hybrid-Glenoide (p < 0,001), während sich mCSA und weitere Offsetparameter nicht signifikant unterschieden. Die Poweranalyse ergab für den mCSA und den humeralen Offset zur Korakoidreferenz eine unzureichende Teststärke; für den mCSA wäre eine um ein Vielfaches größere Stichprobe erforderlich, um kleine Effekte sicher nachzuweisen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Hypothese, dass Hybrid-Glenoide im Vergleich zu Metalback-Glenoiden mit PE-Onlay ein geringeres humerales Overstuffing verursachen, konnte nicht bestätigt werden. Die beobachteten Unterschiede sind gering und überwiegend statistisch nicht belastbar. Insgesamt zeigen sich keine klinisch relevanten Unterschiede im humeralen Offset zwischen beiden Glenoidtypen bei aTSA. Größere Kollektive könnten zukünftig subtile Effekte identifizieren, erscheinen jedoch angesichts der geringen Effektstärken nur eingeschränkt praktikabel.