German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Kann die Behandlung mittels CPM-Stuhl die Rehabilitation in der Frühphase nach elektiver Implantation einer inversen Schulterprothese beschleunigen? Eine prospektiv-randomisierte Studie
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Zielsetzung und Fragestellung: Die Zahl der implantierten inversen Prothesen steigt weiterhin kontinuierlich. Dabei ist die inverse Prothese längst nicht mehr nur älteren Patientinnen und Patienten vorbehalten. Aufgrund des oft noch hohen funktionellen Anspruchs des jünger werdenden Patientenkollektivs ergibt sich auch der Bedarf nach einer intensiven Rehabilitation mit dem Ziel, den betroffenen Arm schnell im Alltag, Sport und ggf. auch noch bei der Arbeit wieder einsetzen zu können. Diese Studie untersucht, ob der Einsatz eines CPM-Stuhls in der frühen Rehabilitationsphase das funktionelle Outcome nach 6 Wochen und 6 Monaten verbessert.
Material und Methoden: Nach Genehmigung durch die Ethikkommission Westfalen-Lippe (2023-722-f-s) und Durchführung einer Power-Analyse (15:15) wurden 35 Patientinnen und Patienten (16 Männer, 19 Frauen; medianes Alter 68 Jahre, 56–88 Jahre) in zwei Gruppen randomisiert. Nach Implantation einer inversen Prothese (Enovis SMR, Enovis, Hamburg) wurden beide Gruppen gemäß des klinikinternen standardisierten Nachbehandlungsprotokolls behandelt. Die Interventionsgruppe (n=19) erhielt zusätzlich für 4 Wochen ab Entlassung einen CPM-Stuhl und wurde angewiesen, diesen 3x täglich für 20 Minuten zu nutzen. Ab der siebten postoperativen Woche wurde bei allen Patientinnen und Patienten eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt. Nutzungsdauer und Abduktion zu Beginn und Ende der CPM-Therapie wurden digital erfasst. Neben einem präoperativen Screening wurden alle Patientinnen und Patienten zu zwei weiteren Messzeitpunkten (6 Wochen und 6 Monate) nachuntersucht. Die Erhebung umfasste etablierte Scores (relativer Constant, ASES, DASH, SANE, OSS) sowie den Bewegungsumfang.
Ergebnisse: Die Patientinnen und Patienten nutzten den CPM-Stuhl im Schnitt 37,8 ± 20,3 Stunden. Die maximale passive Abduktion zu Beginn der Therapie betrug im Mittel 50,3° ± 7,3° und verbesserte sich bis zum Ende der Therapie auf 91,2 ° ± 6,8°. Der Abduktions-Zugewinn in der Interventionsgruppe im Vergleich zum präoperativen Ausgangsbefund war nach 6 Wochen im Mittel 11° höher als in der Kontrollgruppe. Während der rel. Constant-Score der Interventionsgruppe präoperativ geringer war, zeigte sich im Vergleich dazu nach 6 Wochen ein höherer Zugewinn als in der Kontrollgruppe. Im Follow-up nach 6 Monaten blieb dieser Unterscheid konstant.Bzgl. der weiteren erhobenen Scores zeigte sich zu beiden Follow-up-Zeitpunkten kein signifikanter Unterschied.
Diskussion und Schlussfolgerung: Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte sich die Abduktion der Interventionsgruppe durch die CPM-Therapie um 11° mehr, der Zugewinn im Constant-Score war im Vergleich zum präoperativen Ausgangsbefund nach Ende der Therapie höher. Dieser Unterscheid war auch nach 6 Monaten konstant. Somit kann die CPM-Therapie die Rehabilitation in der Frühphase beschleunigen. Die Studie wurde durch die Firma „S&U Medizintechnik“ unterstützt.



