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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ist ein Wechsel des operativen Hüftzugangs während der Behandlung einer periprothetischen Infektion mit einem erhöhten Versagensrisiko assoziiert?

Tom Schmidt-Bräkling - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Farouk Khury - Department of Orthopaedic Surgery, New York Langone, New York City, USA
Vinay Aggarwal - Department of Orthopaedic Surgery, New York Langone, New York City, USA
Hesham Abdelbary - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Anzar Sarfraz - Department of Orthopaedic Surgery, New York Langone, New York City, USA
Simon Garceau - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Ran Schwarzkopf - Department of Orthopaedic Surgery, New York Langone, New York City, USA
George Grammatopoulos - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada

Text

Zielsetzung und Fragestellung: In der aseptischern Revisionsendoprothetik der Hüfte ist ein Wechsel des operativen Zugangs nicht mit erhöhten Luxations- oder Re-Revisionsraten assoziiert. Ob dies auch für die Behandlung periprothetischer Infektionen gilt, ist unklar. Ziel dieser Studie war es, (1) die Häufigkeit von Zugangswechseln während der Behandlung periprothetischer Infektionen nach primärer Hüftendoprothetik zu bestimmen, (2) Prädiktoren für einen Zugangswechsel zu identifizieren und (3) den Zusammenhang mit septischem und aseptischem Outcome zu prüfen.

Material und Methoden: Diese Studie berichtet über eine Institutional-Review-Board-(IRB)-genehmigte, multizentrische, konsekutive Fallserie von 517 primären Hüft-Totalendoprothesen (Alter 65 ± 12 Jahre; BMI 31 ± 7; 53% Frauen), die aufgrund einer periprothetischen Gelenkinfektion behandelt wurden. Von diesen hatten 431 ein Follow-up von mehr als einem Jahr (mittleres Follow-up 5 ± 4 Jahre) und wurden in die Outcome-Analysen eingeschlossen. Der Indexzugang war überwiegend der hintere Zugang (PA: 302; 58,4%), gefolgt vom lateralen (LA: 111; 21,5%) und dem vorderen Zugang (AA: 104; 20,1%). Akute Infektionen machten 37% der Fälle aus, die übrigen entsprachen chronischen Infektionen. Die initiale Therapie im Gesamtkollektiv umfasste DAIR (61,9%), zweizeitige Revision (30,4%), sowie einzeitige Revision (5,4%) und spiegelte damit das Management akuter und chronischer Infektionen wider. Endpunkte waren der Behandlungserfolg der periprothetischen Gelenkinfektion (MSIS Tier 1–2) sowie aseptische Komplikationen (Luxation, Fraktur, aseptische Lockerung).

Ergebnisse: Ein Zugangswechsel wurde in 23,8% der Fälle beobachtet und erfolgte überwiegend beim ersten operativen Eingriff im Rahmen der Infektionsbehandlung (19,9%). Zugangs-Diskordanz trat signifikant häufiger nach anteriorem Indexzugang (62,1%) auf, gefolgt von lateral (51,0%) und posterior (0,7%) (p<0,001). Zugangswechsel waren häufiger bei zweizeitiger Revision (First Stage) (36,3%) als bei DAIR (17,2%) und einzeitiger Revision (10,7%) (p<0,001). Patientenbezogene Faktoren waren nicht mit einem Zugangswechsel assoziiert. Der Behandlungserfolg bis zum letzten Follow-up betrug 87,2% (376/431) und war nicht mit einem Zugangswechsel verbunden (p=0,73). Aseptische Komplikationen traten in 4,4% der Fälle auf, am häufigsten Luxationen (2,6%). Es zeigte sich kein Unterschied in der Gesamtkomplikationsrate oder Luxationsrate zwischen Fällen mit und ohne Zugangswechsel (p=0,33–0,73).

Diskussion und Schlussfolgerung: Bei der Behandlung periprothetischer Gelenkinfektionen zeigen sich vergleichbare Ergebnisse bei zugangskonformen und zugangsdiskordanten Vorgehensweisen zwischen Primärimplantation und infektchirurgischer Behandlung. Diese Daten unterstützen, dass ein Zugangswechsel in der Behandlung periprothetischer Gelenkinfektionen sicher und effektiv ist, ohne erhöhtes septisches oder aseptisches Risiko.