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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Pathologische Abweichung des Gangbildes nach Tumorprothesenimplantation am Kniegelenk. Analyse

Alexander Klein - Schwerpunkt Tumororthopädie; Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, LMU Klinikum, München, München, Deutschland
Maria Hett - Schwerpunkt Tumororthopädie; Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, LMU Klinikum, München, München, Deutschland
Boris Holzapfel - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, LMU Klinikum, München, München, Deutschland
Hans-Roland Dürr - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, LMU Klinikum, München, München, Deutschland
Leandra Bauer - Experimentelle Orthopädie, Campus Eisenberg, Waldkliniken Eisenberg, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: In der monozentrischen Kohorte wurden 43 Patienten mit Tumorprothese am Knie bei onkologischer Diagnose eingschlossen. 65% erhielten den distalen Femurersatz, 33% den proximalen Tibiaersatz und ein Patient einen totalen Femurersatz.

Material und Methoden: Alle Patienten wurden im Ganglabor untersucht, die Gangparameter (Wohlfühlgeschwindigkeit, Kadenz, Velocity, Zeiten der einzelnen Gangphasen) und kinematische Parameter (Gelenkwinkel, Bodenreaktionskraft) wurden gemessen und analysiert.

Ergebnisse: Die mittlere Wohlfühlgschwindigkeit war 2,56 km/h. Frauen konnten signifikant schneller gehen (2,85 vs. 2,36 km/h; p=0,046). Die Patienten mit dem distalen Femurersatz hatten signifikant höhere Werte (2,76 vs. 2,19 km/h; p=0.024). Im Vergleich zur üblichen Gehgeschwindigkeit von gesunden Probanden mit den Werten von 4–5 km/h zeigen die Patienten mit Megaprothesen signifikant langsamere Geschwindigkeit. Im Durchschnitt zeigte sich im Gesamtkollektiv die Kadenz von 92,2 Schritte/Minute. Patienten mit dem proximalen Tibiaersatz zeigten den signifikant niedrigeren Wert (86,5 vs 95,3 Schritte/Minute; p=0,023). Keine Unterschiede in den Geschlechtern oder bei Fibularisparese. Im Gesamtkollektiv unterschied sich die Schrittlänge zwischen dem betroffenen und gesunden Bein signifikant (47,4 vs 44,5 cm; p<0,001).Die Standbeinphase am betroffenen Bein betrug 64,7% und war signifikant kürzer als die Standbeinphase am gesunden Bein mit 68,6% (p<0,001). Es zeigt eine relevante Asymmetrie im Gangbild (Schonhinken). In Anbetracht der größeren Schrittlänge am betroffenen Bein (im Vergleich zum gesunden) könnte diese Befundkonstellation ein Indiz für muskuläre Insuffizienz am betroffenen Bein und schlechtere muskuläre Kontrolle beim Gehen sein. Pat mit Fibularisparese verstärken die Asymetrie im Gangbild.In der Analyse der Gangkinematik wurden die Winkel in einzelnen Gangphasen und die Bodenreaktionskraft analysiert. Beim Aufsetzen des Fußes (initialer Bodenkontakt) und beim Übergang in die Schwungphase (terminale Standbeinphase) zeigen die Kniegelenke mit Prothesen eine stärkere Neigung zur Überstreckung (Hyperextension), jedoch nicht signifikant. In den Untergruppen (Prothesenlokalisation, Geschlecht, Peroneusparese) zeigten sich keine Unterschied in den Gelenkwinkeln. Die Analyse der Bodenreaktionskraft (initialer Bodenkontakt mit der Ferse und terminale Standbeinphase beim Abstoßen mit der Fußspitze) zeigt bei der fest vorgegeben Gehgeschwindigkeit signifikant niedrigere Werte bei Patienten mit proximaler Tibia und bei Patienten mit Peroneusparese. Das spricht für deutlich unsicheres und schonenderes Gangbild und geringer Krafteinwirkung bei diesen Patienten.

Diskussion und Schlussfolgerung: Eine der ersten Arbeiten zur Ganganalyse beim megaprothetischen Ersatz des Kniegelenkes zeigt eine deutliche Asymmetrie des Gangbildes mit deutlicher Schonung des betroffenen Beins, Neigung zur Überstreckung und tendenziell schlechterem Gangbild beim proximalen Tibiaersatz und Fibularisparese.