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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Kurzzeit-Ergebnisse einer neuen operativen Technik zur Behandlung chronischer anteriorer Schulterinstabilität

Maximilian Steinbeck - Krankenhaus Köln-Merheim, Köln, Deutschland
Tabea Hülle - Krankenhaus Köln-Merheim, Köln, Deutschland
Paola Kappel - Krankenhaus Köln-Merheim, Köln, Deutschland; Universität Witten-Herdecke, Witten, Deutschland
Bertil Bouillon - Krankenhaus Köln-Merheim, Köln, Deutschland; Universität Witten-Herdecke, Witten, Deutschland
Arasch Wafaisade - Krankenhaus Köln-Merheim, Köln, Deutschland; Universität Witten-Herdecke, Witten, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Beim Flipped-Latarjet-Verfahren (Raiss et al, 2024) wird die kraniale Fläche des Coracoids angefrischt, über die SSC-Sehne auf den Glenoiddefekt transferiert und mittels Tapecerclage fixiert, so dass der SSC-Split entfällt, der Sling-Effekt jedoch potentiell erhalten bleibt. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Nachuntersuchung von 20 Patienten, die ab August 2024 mit einer modifizierten flipped-Latarjet-OP an unserer Klinik behandelt wurden.

Material und Methoden: Die OP erfolgte gemäß Raiss et al. mit arthroskopisch über das dorsale Portal eingebrachtem glenoidalen Zielgerät und darüber Einbringen von 2 kanülierten Bohrern von dorsal. Als Modifikation zur Raiss-Technik erfolgte die Coracoidosteotomie mini-offen und die Fixation mittels doppelten Endobutton-Paar. Alle Patienten erhielten postoperativ eine Computertomographie (CT). Nach einem Follow-up von mindestens 6 Monaten erfolgte die Evaluation u.a. mittels Schulter-Scores und Numerischer Rating Skala (NRS). Der Vergleich zwischen operierter vs gesunder Schulter umfasste Range of Motion(ROM) und Muskelkraftmessung für die Innenrotation(IRO).

Ergebnisse: Von 08/2024 bis 07/2025 wurden 20 Patienten in der Technik operiert, von denen 19 Patienten dem follow-up zur Verfügung standen (27,7±8,9 Jahre; 17 männlich, 2 weiblich). Bei n=9 war eine Voroperation erfolgt, bei einem Patienten 2 Vor-OPs. Der Follow-Up-Zeitraum betrug 12±3 Monate. Es zeigten sich intra- und postoperativ keine relevanten Komplikationen, so traten keine Coracoid-Fraktur oder -Dislokation, Nervenläsionen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen auf. Es trat kein erneutes Luxationsereignis auf. Im Vergleich der gesunden zur operierten Seite betrug die ROM für Anteversion 172°± 7° vs 171°± 7° und für Abduktion 180° vs. 180°, jeweils ohne signifikanten Unterschied. Die ROM für IRO in Abduktion betrug entsprechend 70°± 14° vs 67°±14° (p<0,05). Die Kraftmessung der IRO ergab für die gesunde vs. operierte Seite 11,6±3,0 kg vs. 9,7±2,0kg (p<0.05). Die Scores zeigten gute Ergebnisse mit Melbourne Instability Shoulder Scale von 83±13, Western Ontario Shoulder Instability Index 39±20, Subjective Shoulder Value 80±11, Constant Score 80±11, Ruhe-Schmerz NRS 0,3±0,7, Belastungsschmerz NRS 1,6±2,2. Im postoperativen CT hatte sich in keinem der 19 Fälle eine Fehlpositionierung des Graftes oder der insgesamt 4 Endobuttons gezeigt. Bei n=16 waren im Mittel nach 2,6 ±1,7 Monaten nativradiologische Kontrollen in 3 Ebenen erfolgt, die in allen Fällen eine unveränderte Stellung mit zeitgerechter Durchbauung zeigten.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die modifizierte flipped-Latarjet-OP stellt im kurzfristigen follow-up eine sichere und komplikationsarme Option mit guten Ergebnissen zur Therapie der chronisch-anteriorenInstabilität dar. Lediglich für die Rotation waren statistisch signifikante Unterschiede zu beobachten. Ob diese auf die Technik oder auf das kurzfristige Follow-Up zurückzuführen sind, müssen weitere Studien mit längerem Follow-Up und mit dem Vergleich zur klassischen Latarjet-Operation zeigen.