German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Sakrale oder pelvine Fixation bei langstreckiger Fusion bis S1 – pelvine Fixation reduziert mechanisches Versagen
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Zielsetzung und Fragestellung: Langstreckige Wirbelsäulenfusionen bis zum Sakrum sind biomechanisch hochbelastet und mit relevanten Raten an Schraubenlockerungen und Pseudarthrosen verbunden. Ob eine rein sakrale Fixation (S1) eine ausreichende distale Stabilität bietet oder eine pelvine Fixation notwendig ist, bleibt eine zentrale klinische Fragestellung. Ziel dieser Studie war der Vergleich von mechanischer Stabilität, sagittaler Balance und funktionellen Ergebnissen zwischen sakraler und pelviner Fixation bei langstreckiger lumbaler Fusion.
Material und Methoden: Retrospektive, monozentrische Kohortenstudie mit 100 erwachsenen Patienten, die zwischen 2000 und 2024 eine Fusion von ≥ 4 Segmenten bis S1 erhielten. 50 Patienten wurden mit sakraler Fixation, 50 mit pelviner Fixation versorgt. Analysiert wurden Schraubenlockerung, Pseudarthrose an L5/S1, sagittale Parameter (SVA, PI-LL-Mismatch) sowie das funktionelle Outcome anhand des Oswestry Disability Index (ODI) über einen Zeitraum von 24 Monaten.
Ergebnisse: Nach zwei Jahren traten bei sakraler Fixation signifikant häufiger Pseudarthrosen (42% vs. 16%, p < 0,01) und Schraubenlockerungen (34% vs. 6%, p < 0,05) auf. Das Risiko für Schraubenlockerung war bei rein sakraler Fixation mehr als dreifach erhöht (OR 3,43). Die pelvine Fixation zeigte eine bessere Erhaltung der spinopelvinen Balance mit geringerem PI-LL-Mismatch. Beide Gruppen verbesserten sich funktionell postoperativ, jedoch zeigte die pelvine Fixation eine frühere und ausgeprägtere Reduktion der ODI-Werte. Die globale sagittale Balance (SVA) war vergleichbar.
Diskussion und Schlussfolgerung: Reine S1-Fixation ist bei langstreckiger Fusion biomechanisch unterlegen. Die pelvine Fixation reduziert mechanisches Versagen deutlich, verbessert die Stabilität des lumbosakralen Übergangs und ermöglicht eine schnellere funktionelle Erholung. Bei Fusionen über mehrere Segmente sollte die pelvine Fixation als Standardverfahren erwogen werden.



