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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Unterschiede im psychischen Outcome nach DAIR-Verfahren und mehrzeitigem Endoprothesenwechsel

Franziska Börger - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Marvin Berger - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Petri Bellova - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Maik Stiehler - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Periprothetische Infektionen (PPI) sind mit erhöhter Morbidität, Mortalität und eingeschränkter Lebensqualität assoziiert. Ziel der Studie ist die Evaluation der psychischen Belastung im Rahmen einer septischen Endoprothesenrevision.

Material und Methoden: In diese prospektive monzentrische Studie wurden 50 Patient:innen mit PPI (n=34 Hüft-TEP, n=16 Knie-TEP) zwischen Oktober 2023 bis März 2025 eingeschlossen, bei denen eine endoprothesenerhaltende Revision (DAIR = Débridement, Antibiotikagabe, Implantat-Retention, n=22, davon n=17 Hüftgelenke) oder ein mehrzeitiger Endoprothesenwechsel (n= 28, davon n=17 Hüft-TEP) durchgeführt wurde. Präoperativ, 1 Woche, 12 Wochen und 1 Jahr postoperativ erfolgte die prospektive Erhebung des psychischen Outcomes mittels Depressions-Angst-Stress-Skalen (DASS) und Pereived-Stress-Questionaire (PSQ-20) Fragebögen. Primärer Endpunkt war der prä- versus postoperative Vergleich; sekundär wurden DAIR und mehrzeitiger Wechsel verglichen. Statistische Analyse erfolgte mittels t-Test.

Ergebnisse: Die Ergebnisse für DASS bei DAIR sind eine Woche postoperativ vergleichbar mit dem präoperativen Status. Drei Monate postoperativ zeigt sich ein Anstieg der psychischen Belastung bei Depression (Anstieg:1,5-fach), Angst (1,5-fach) und Stress (1,6-fach), welcher auch 1 Jahr postoperativ anhält. Die psychische Belastung im Rahmen des mehrzeitigem Endoprothesenwechsels nimmt signifikant ab, insbesondere 3 Monate postoperativ bei Depression (0,4-fach; p = 0,003), Angst (0,3-fach; p = 0,006) sowie Stress (0,6-fach; p = 0,03) (Abbildung 1 [Abb. 1]). Die Ergebnisse des DASS für DAIR und mehrzeitigen Wechsel ergaben signifikante Unterschiede: Präoperativ zeigten sich für den mehrzeitigen Wechsel höhere Scores für Depression (Mittelwerte DAIR vs. Wechsel = 3,86 vs. 8,75; p=0,002), Angst (2,64 vs. 4,84; p=0,005) und Stress (4,16 vs. 8,31; p=0,01) (Abbildung 1 [Abb. 1]). 1 Woche postoperativ signifikant erhöht für Depression (3,68 vs. 7,34, p = 0,002) und Stress (3,79 vs. 6,56, p = 0,04), sowie 3 Monate postoperativ signifikant erniedrigt für den Angstscore (3,87 vs. 1,54, p = 0,013). Im Rahmen der gemeinsamen Auswertung beider Gruppen (DAIR und Endoprothesenwechsel)mittels PSQ-20 zeigten sich eine Woche postoperativ signifikante Reduktionen der Parameter Sorgen (Mittelwerte präoperativ vs. 1 Woche postoperativ: 36,24 vs. 25,74, p = 0,001), Anspannung (40,67 vs. 30,93, p = 0,001) und Anforderungen (22,31 vs. 14,13, p = 0,002). Im weiteren Verlauf, sowohl drei Monate als auch ein Jahr postoperativ, ließen sich hingegen keine signifikanten Unterschiede mehr feststellen.

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Der zeitliche Verlauf psychischer Belastungsparameter wie Depression, Angst und Stress unterscheidet sich zwischen DAIR und mehrzeitigen Wechsel. Die auch noch 1 Jahr postoperativ anhaltende hohe psychische Belastung nach septischer Revision unterstreicht die Bedeutung ergänzender psychosozialer Therapiemaßnahmen.