Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Unterschiede im psychischen Outcome nach DAIR-Verfahren und mehrzeitigem Endoprothesenwechsel
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Periprothetische Infektionen (PPI) sind mit erhöhter Morbidität, Mortalität und eingeschränkter Lebensqualität assoziiert. Ziel der Studie ist die Evaluation der psychischen Belastung im Rahmen einer septischen Endoprothesenrevision.
Material und Methoden: In diese prospektive monzentrische Studie wurden 50 Patient:innen mit PPI (n=34 Hüft-TEP, n=16 Knie-TEP) zwischen Oktober 2023 bis März 2025 eingeschlossen, bei denen eine endoprothesenerhaltende Revision (DAIR = Débridement, Antibiotikagabe, Implantat-Retention, n=22, davon n=17 Hüftgelenke) oder ein mehrzeitiger Endoprothesenwechsel (n= 28, davon n=17 Hüft-TEP) durchgeführt wurde. Präoperativ, 1 Woche, 12 Wochen und 1 Jahr postoperativ erfolgte die prospektive Erhebung des psychischen Outcomes mittels Depressions-Angst-Stress-Skalen (DASS) und Pereived-Stress-Questionaire (PSQ-20) Fragebögen. Primärer Endpunkt war der prä- versus postoperative Vergleich; sekundär wurden DAIR und mehrzeitiger Wechsel verglichen. Statistische Analyse erfolgte mittels t-Test.
Ergebnisse: Die Ergebnisse für DASS bei DAIR sind eine Woche postoperativ vergleichbar mit dem präoperativen Status. Drei Monate postoperativ zeigt sich ein Anstieg der psychischen Belastung bei Depression (Anstieg:1,5-fach), Angst (1,5-fach) und Stress (1,6-fach), welcher auch 1 Jahr postoperativ anhält. Die psychische Belastung im Rahmen des mehrzeitigem Endoprothesenwechsels nimmt signifikant ab, insbesondere 3 Monate postoperativ bei Depression (0,4-fach; p = 0,003), Angst (0,3-fach; p = 0,006) sowie Stress (0,6-fach; p = 0,03) (Abbildung 1 [Abb. 1]). Die Ergebnisse des DASS für DAIR und mehrzeitigen Wechsel ergaben signifikante Unterschiede: Präoperativ zeigten sich für den mehrzeitigen Wechsel höhere Scores für Depression (Mittelwerte DAIR vs. Wechsel = 3,86 vs. 8,75; p=0,002), Angst (2,64 vs. 4,84; p=0,005) und Stress (4,16 vs. 8,31; p=0,01) (Abbildung 1 [Abb. 1]). 1 Woche postoperativ signifikant erhöht für Depression (3,68 vs. 7,34, p = 0,002) und Stress (3,79 vs. 6,56, p = 0,04), sowie 3 Monate postoperativ signifikant erniedrigt für den Angstscore (3,87 vs. 1,54, p = 0,013). Im Rahmen der gemeinsamen Auswertung beider Gruppen (DAIR und Endoprothesenwechsel)mittels PSQ-20 zeigten sich eine Woche postoperativ signifikante Reduktionen der Parameter Sorgen (Mittelwerte präoperativ vs. 1 Woche postoperativ: 36,24 vs. 25,74, p = 0,001), Anspannung (40,67 vs. 30,93, p = 0,001) und Anforderungen (22,31 vs. 14,13, p = 0,002). Im weiteren Verlauf, sowohl drei Monate als auch ein Jahr postoperativ, ließen sich hingegen keine signifikanten Unterschiede mehr feststellen.
Diskussion und Schlussfolgerung: Der zeitliche Verlauf psychischer Belastungsparameter wie Depression, Angst und Stress unterscheidet sich zwischen DAIR und mehrzeitigen Wechsel. Die auch noch 1 Jahr postoperativ anhaltende hohe psychische Belastung nach septischer Revision unterstreicht die Bedeutung ergänzender psychosozialer Therapiemaßnahmen.




