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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Zunehmende Beteiligung von Staphylococcus epidermidis am Anstieg polymikrobieller periprothetischer Gelenkinfektionen

Maximilian Budin - Helios ENDO-Klinik Hamburg, LKH-Univ. Klinikum Graz, Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie, Graz, Österreich
Aliekber Yapar - Department of Orthopedics and Traumatology, Antalya Training and Research Hospital, Antalya, Türkei
Özkan Köse - Department of Orthopedics and Traumatology, Antalya Training and Research Hospital, Antalya, Türkei
Cagla Özdöl - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
T. David Luo - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Gianmaria F. Rosa - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Thorsten Gehrke - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Mustafa Citak - Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Ziel der Studie ist es, die zeitliche Verteilung polymikrobieller periprothetischer Gelenkinfektionen (PJI) zu analysieren und gleichzeitig die patientenbezogenen Risikofaktoren zu bewerten, die mit diesen Infektionen nach totaler Gelenkarthroplastik an unserer Einrichtung über zwei verschiedene Zeiträume hinweg verbunden sind.

Material und Methoden: Diese retrospektive Querschnittsstudie untersuchte 259 Patienten mit Knie- oder Hüft-PJI aus den Jahren 2001 bis 2006 und 2018 bis 2022. Eine PJI wurde anhand der Kriterien des International Consensus Meeting von 2018 diagnostiziert. Wir verwendeten die Polymicrobial Pathogens’ Co-occurrence Network Analysis, einen neuartigen Ansatz, der die Netzwerktheorie nutzt, um das komplexe Zusammenspiel der Organismen bei PJIs abzubilden und zu quantifizieren.

Ergebnisse: Von den 259 Patienten mit polymikrobieller PJI waren 58,7% Männer, mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren (Bereich: 24 bis 90). Von den 579 identifizierten Pathogenen war Staphylococcus epidermidis das häufigste (22,1%), gefolgt von Staphylococcus aureus (9,0 %) und Cutibacterium acnes (7,8%). Die Kookkurrenzanalyse zeigte, dass Staphylococcus epidermidis häufig mit Cutibacterium acnes (26 Kulturen) und Staphylococcus capitis (22 Kulturen) koexistierte. Es wurde eine bemerkenswerte Zunahme des Body-Mass-Index von 27,7 +- 4,4 in den Jahren 2001 bis 2006 auf 29,7 +- 6,2 in den Jahren 2018 bis 2022 beobachtet (P = 0,001). Darüber hinaus verzeichneten Infektionen durch Staphylococcus epidermidis, Cutibacterium acnes und Staphylococcus capitis einen signifikanten Anstieg (P < 0,001).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Studie zeigt, dass sich die für polymikrobielle PJIs verantwortlichen Erreger von 2001 bis 2022 signifikant verändert haben, insbesondere durch eine Zunahme von Staphylococcus epidermidis, Cutibacterium acnes und Staphylococcus capitis. Parallel zu diesen mikrobiellen Veränderungen gab es einen Anstieg des Body-Mass-Index und Verschiebungen bei den Komorbiditäten, wie etwa mehr Nierenerkrankungen und weniger Fälle von kongestiver Herzinsuffizienz. Diese Veränderungen verdeutlichen das dynamische Zusammenspiel zwischen Wirts- und mikrobiellen Faktoren bei der Pathogenese polymikrobieller PJIs und erfordern adaptive Strategien sowohl in der chirurgischen als auch in der postoperativen Versorgung, um der zunehmenden Zahl dieser komplexen Infektionen entgegenzuwirken.