German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Der laterale Teilgelenkersatz bei jungen Patienten: Analyse der postoperativen Funktion und Prothesenstandzeit
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Zielsetzung und Fragestellung: Die laterale Meniskus(teil)resektion gilt als relevanter Risikofaktor für eine frühzeitige isolierte laterale Arthrose. Der laterale unikondyläre Gelenkersatz (UKA) ist ein seltenes, aber etabliertes Therapieverfahren und bietet bei korrekter Indikationsstellung Vorteile gegenüber der Knietotalendoprothese. Ziel dieser Studie war die Analyse der Reoperationsrate, Implantatüberlebenszeit sowie der klinischen und radiologischen Ergebnisse in der bislang größten publizierten Serie von Patienten ≤55 Jahren.
Material und Methoden: Zwischen 2016 und 2021 wurden 1.258 laterale UKAs implantiert. 1.056 Patienten (n=1.156) konnten mit einer Nachbeobachtungszeit von mindestens zwei Jahren nachuntersucht werden (Follow-up 92%). Für die vorliegende Analyse wurde ein Subkollektiv von Patienten ≤55 Jahren betrachtet. Patienten >55 Jahre (n=928), ohne Studieneinwilligung (n=93) oder mit bereits bestehendem Teilgelenkersatz am selben Knie (n=48) wurden ausgeschlossen. Die finale Kohorte umfasste 82 Patienten (n=86 Oxford® Fixed Lateral, ZimmerBiomet) mit einem Durchschnittsalter von 51 (SD±4) Jahren, einem BMI von 29,0 (SD±5,6) kg/m²; 65% waren Frauen. Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum betrug 5,3 (SD±1,9) Jahre. 71% der Knie waren voroperiert (Tabelle 1 [Tab. 1]). Mittels Kaplan-Meier-Analyse wurde das kumulative 8-Jahres-Überleben für die Endpunkte Reoperation und Implantatrevision (Wechsel der Femur- und/oder Tibiakomponente) berechnet. Funktionelle Ergebnisse wurden mit dem Oxford Knee Score (OKS) und dem UCLA-Activity-Score erhoben. Radiologisch wurde die prä- und postoperative mechanische Beinachse (HKAA) analysiert. Zur Identifikation von Risikofaktoren für Reoperationen erfolgte eine multivariable Cox-Regression (Alter, Geschlecht, BMI, postoperativer HKAA, HKAA-Korrektur).
Ergebnisse: Das kumulative 8-Jahres-Überleben betrug 88,7% (95%-KI: 80,7–96,7) für Reoperationen und 98,8% (95%-KI: 96,4–100) für Implantatrevisionen. Insgesamt wurden sieben Reoperationen und eine Implantatrevision verzeichnet (Tabelle 2 [Tab. 2]). Ein neutralerer bzw. varischer postoperativer HKAA war ein signifikanter unabhängiger Risikofaktor für Reoperationen (OR 1,5 pro Grad; p=0,026; 95%-KI: 1,0–2,1). Alter (p=0,234), Geschlecht (p=0,730), BMI (p=0,131) und das Ausmaß der Achsenkorrektur (p=0,670) zeigten keinen signifikanten Einfluss. Der postoperative OKS lag durchschnittlich bei 43,5 (SD±5,8), der UCLA-Activity-Score bei 6,5 (SD±1,2). Die mechanische Beinachse wurde von präoperativ 4,8° (SD±4,7°) Valgus auf postoperativ 2,0° (SD±2,8°) Valgus korrigiert; 13% (11/87) wurden in den Varus überkorrigiert.
Diskussion und Schlussfolgerung: Der laterale UKA zeigt bei Patienten ≤55 Jahren ein sehr gutes mittelfristiges Implantatüberleben und exzellente funktionelle Ergebnisse. Die laterale Arthrose war mit einer moderaten präoperativen Valgusfehlstellung (5°) assoziiert. Häufigster Versagensmechanismus war die mediale Arthroseprogression. Eine Überkorrektur in den Varus stellt einen signifikanten unabhängigen Risikofaktor für Reoperationen dar und sollte vermieden werden.





