Logo

German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Epidemiologie von Pseudarthrosen nach Fuß- und Sprunggelenkfrakturen: Eine deutschlandweite Analyse von 2014 bis 2023

Annette Eidmann - Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland
Philipp Herrmann - Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland
Felix Hochberger - Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland
Sebastian Frischholz - Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland
Manuel Weißenberger - OCW Orthopädie Chirurgie Würzburg, Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland
Maximilian Rudert - Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland
Ioannis Stratos - Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg, Würzburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Pseudarthrosen zählen zu den häufigsten Fraktur-Komplikationen. Obwohl Frakturen des Fußes und Sprunggelenks häufig auftreten, fehlen zuverlässige Daten zur Häufigkeit und Epidemiologie von Pseudarthrosen in dieser Region. Ziel dieser Arbeit war es, die Rate von Pseudarthrosen nach Frakturen des Fußes und Sprunggelenks zu analysieren, insbesondere in Hinblick auf Alters- und Geschlechtsverteilung sowie auf zeitliche Trends.

Material und Methoden: Es wurde eine deutschlandweite retrospektive Analyse von Daten des Statistischen Bundesamtes von stationären Krankenhausfällen von 2014 bis 2023 durchgeführt. Frakturen und Pseudarthrosen/verzögerte Frakturheilungen des Fußes und Sprunggelenks wurden anhand ihrer ICD-10-Kodierung identifiziert, wobei zwei Kohorten definiert wurden: Frakturen und Pseudarthrosen. Für jede Kohorte wurden die Daten nach Alter und Geschlecht stratifiziert; zudem wurden alle mitcodierten Sekundärdiagnosen erfasst, um die häufigsten Komorbiditäten zu identifizieren. Zeitliche Trends wurden mittels linearer Regression bewertet, während die Altersverteilungen mit zweikomponentigen Gaußschen Mischmodellen modelliert wurden, um unterschiedliche ätiologische Subpopulationen zu erfassen. Die Datenverarbeitung, statistische Analysen und Visualisierung wurden in R (Version 4.3) unter Verwendung von Tidyverse-Paketen durchgeführt.

Ergebnisse: Zwischen 2014 und 2023 wurden in deutschen Krankenhäusern 992.360 Frakturen sowie 20.268 Pseudarthrosen an Fuß und Sprunggelenk stationär behandelt. Die jährliche Fallzahl nahm im Beobachtungszeitraum für beide Kohorten kontinuierlich ab. Für Pseudarthrosen zeigte sich in der linearen Regressionsanalyse sowohl für Männer (Steigung −39,34; 95%-KI −55,9 bis −22,8; R² = 0,79; p = 0,0006) als auch für Frauen (Steigung −40,47; 95%-KI −59,5 bis −21,5; R² = 0,75; p = 0,0012) ein signifikanter jährlicher Rückgang. Frauen waren insgesamt häufiger sowohl von Frakturen als auch von Pseudarthrosen betroffen als Männer. Die zahlenmäßig meisten Frakturen und Pseudarthrosen traten bei Frauen in der Altersklasse von 50 bis 79 Jahren und bei Männern von 18 bis 29 sowie 50 bis 59 Jahren auf. Die Pseudarthrosenrate war insgesamt niedrig mit 2,0% und zeigte im zeitlichen Verlauf einen rückläufigen Trend. Es wurden jedoch alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet, wobei die höchste Pseudarthrosenrate bei Frauen im Alter von 40–49 Jahren (3,2%) auftrat (Abbildung 1 [Abb. 1]). Begleiterkrankungen wie Adipositas, Allergien, depressive Episoden, Asthma und Schlafstörungen traten bei Patienten mit Pseudarthrosen häufiger auf als bei Patienten mit Frakturen.

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Pseudarthrosen nach Frakturen des Fußes und Sprunggelenks sind insgesamt selten und haben in den letzten zehn Jahren stetig abgenommen. Es bestehen alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede, welche die Notwendigkeit gezielter Präventionsstrategien unterstreichen.