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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Meniskusläsionen im BG-Kontext: Korrelation von MRT, Arthroskopie und Histopathologie in der Differenzierung traumatischer und degenerativer Befunde

Leonard Ulbrich - BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Bochum, Deutschland
Matthias Königshausen - BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Bochum, Deutschland
Thomas Schildhauer - BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Bochum, Deutschland
Thomas Rosteius - BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Bochum, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Einordnung von Meniskusläsionen hinsichtlich Rissalter und Degeneration ist sowohl für die operative Therapieentscheidung als auch im Kontext medizinischer Zusammenhangsbegutachtungen von zentraler Bedeutung. Ziel dieser Studie ist es, die diagnostische Übereinstimmung zwischen präoperativer Magnetresonanztomographie (MRT), intraoperativer arthroskopischer Einschätzung und histopathologischer Auswertung des Meniskusgewebes zu analysieren.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive, monozentrische Kohortenstudie durchgeführt. Eingeschlossen wurden BG-Patienten, die zwischen 2018 und 2022 eine arthroskopische Meniskusoperation erhielten. Voraussetzung war das Vorliegen eines präoperativen MRTs, der intraoperativen Dokumentation sowie einer histopathologischen Untersuchung. Die MRT-Befunde wurden hinsichtlich des Rissalters und Knorpelstatus beurteilt. Die intraoperative Einschätzung der Gewebequalität erfolgte in Anlehnung an die ISAKOS-Klassifikation. Die histologische Beurteilung erfolgte orientierend an der Klassifikation nach Pauli et al. zur Bewertung degenerativer Veränderungen. Zusätzlich wurde, unter Berücksichtigung möglicher Heterogenität innerhalb eines Präparats, das Rissalter histologisch bestimmt. Für die statistische Analyse wurden Rangkorrelationen (Spearman) berechnet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 63 Patienten eingeschlossen (mittleres Alter 45,5 ± 11,9 Jahre; 65% männlich). Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem histopathologischen Degenerationsgrad und der intraoperativen Einschätzung des Rissalters (r = 0,608; p < 0,001). Dagegen bestand keine signifikante Korrelation zwischen dem MRT-Befund und der histopathologischen Degeneration (r = −0,068; p = 0,658). Die MRT-basierte Beurteilung korrelierte signifikant mit der intraoperativen Einschätzung (r = 0,419; p = 0,004). Zudem bestand eine hohe Übereinstimmung der MRT-Knorpelbeurteilung mit dem intraoperativen Knorpelstatus (r = 0,787; p < 0,001). Der Vergleich der intraoperativen Alterseinschätzung zwischen homogenen und heterogenen histopathologischen Befunden zeigte knapp keinen statistisch signifikanten Unterschied (p = 0,058).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen eine höhere Übereinstimmung der intraoperativen Einschätzung mit den histopathologischen Befunden im Vergleich zur MRT-Beurteilung. Dies unterstreicht den Stellenwert der Arthroskopie als zentrales Instrument zur Einschätzung von Rissalter und Gewebequalität. Die Arthroskopie erlaubt die Kombination aus direkter visueller Kontrolle, taktiler Rückmeldung und variablen Kameraperspektiven zur Beurteilung struktureller Veränderungen, die in der MRT nur eingeschränkt erfasst werden können. Die Histopathologie stellt den objektiven Referenzstandard dar, ist jedoch auf den resezierten Gewebeanteil begrenzt. Klinisch sollte der intraoperative Befund daher stärker gewichtet werden, insbesondere bei komplexen oder heterogenen Meniskusläsionen, da er eine hohe Übereinstimmung mit der histopathologischen Bewertung zeigt.