German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Postoperative CT-basierte Evaluation der Repositionsqualität osteosynthetisch versorgter Tibiakopffrakturen mittels 10-Segment-Klassifikation
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Zielsetzung und Fragestellung: Ziel der operativen Versorgung von Tibiakopffrakturen (TBKF) ist die anatomische Reposition mit kongruenter Gelenkfläche. Persistierende Inkongruenzen durch unzureichende Reposition oder sekundäre Repositionsverluste (postop. Step, poS) erhöhen signifikant das Arthroserisiko; die intraop. Beurteilung mittels Fluoroskopie ist insbesondere bei posterolat. Segmenten limitiert. Ziel war eine CT-basierte Segmentanalyse nach der 10-Segment-Klassifikation zur Bestimmung der postop. Repositionsqualität und prognost. Einflussfaktoren.
Material und Methoden: Retrospektive Pat.-Kohorte mit osteosynthetisch versorgter TBKF (AO 41.B1–C3) 01/2015–08/2024 (N=144). Pro Segment wurde die maximale Stufe postop bestimmt; poS wurde als Stufe ≥2 mm definiert. Statistik erfolgte mittels Chi²-/U-Test sowie uni- und multivariabler logistischer Regression.
Ergebnisse: Bei n=115 (79,9%) Pat. zeigte sich postoperativ ein Step. Die am häufigsten betroffenen Segmente waren das PLZ- (n=67; 58,2%), ALZ- (n=57; 49,5%) und das AZ-Segment (n=40; 34,7%). Postop. Steps ≥2 mm traten überwiegend mehrsegmental (≥2 Segmente betroffen) auf (n=88; 76,5%).In der univariaten Analyse zeigte sich ein postop. Step signifikant häufiger bei C- als bei B-Fx (B/C: 41/74, p=0,01). Darüber hinaus waren eine Fx-Beteiligung von ≥5 Segmenten (p<0,001), eine stärkere Fragmentierung (≥5 Fragmente, p=0,03), ausgedehntes präop. LPW (Lateral Plateau Widening, p=0,015) und ein größeres Ausmaß der präop. Trümmerzone (p=0,01) signifikant mit einem postop. Step ≥2 mm assoziiert. In separaten multivariaten logistischen Regressionsmodellen konnten das Ausmaß des präop. CT-Step (OR=1,12 pro mm, 95%-KI: 1,01–1,42; p=0,03) sowie die Distanz der Fx-Ausdehnung (OR=1,05 pro mm; 95%-KI: 1,016–1,085; p=0,004) als unabhängige Prädiktoren für postop. Step ≥2 mm identifiziert werden. Ein postop. Step im Röntgen ≥2 mm war unabhängig mit einem poS im CT assoziiert (OR=2,16 pro mm; 95%-KI: 1,43–3,26; p<0,001).
Diskussion und Schlussfolgerung: Relevante postop. Gelenkstufen (Step ≥2 mm) nach ORIF bei TBKF sind häufig und betreffen bevorzugt posterolaterale/anterior-laterale zentral gelegene Segmente. Unabhängige Prädiktoren sind die Fx-ausdehnung und das Ausmaß der präop. Stufenbildung (Steps). Regressionsanalysen zeigen, dass komplexe Fx-typen (C-Fx), multiple Segmentbeteiligung und Fragmentierung, mit einem erhöhten Risiko für postop. Gelenkstufen (Step ≥2 mm) assoziiert sind. Diese Ergebnisse belegen die Notwendigkeit einer adäquaten, präop CT-basierten Fx-analyse und v.a. bei komplexen Frakturtypen gezielten intraop. Repositionskontrolle mittels CT, um das Ausmaß der postop. Gelenkstufen zu minimieren.



