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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Neue Stabilisierungstechnik der Insuffizienzfraktur des Beckenrings mittels SacroNail – Outcome und Erfahrung nach 26 Fällen

Tobias Fritz - Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland
Marcel Orth - Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland
Emmanouil Liodakis - Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland
Antonius Pizanis - Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland
Ivan Marintschev - Katholisches Krankenhaus „St. Johann Nepomuk“, Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulentherapie, Erfurt, Deutschland
David Osche - Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Insuffizienzfrakturen des Beckens stellen weiterhin eine der zunehmende Herausforderung der Therapie dar. Die als Goldstandard geltenden Stabilisierungstechniken mittels Iliosakraler/transiliosakraler Verschraubung zeigen gehäuft Komplikationen wie Implantatlockerungen und erneut zunehmender posteriorer Instabilität. Des Weiteren, werden häufig additive Verfahren bei anteriorer Instabilität des Ramus pubicus superior notwendig. Hierbei kamen in den letzten Jahren zunehmend Verschraubungen des Ramus pubicus oder die temporäre Therapie mittels Fixateur externe zum Einsatz. Auch diese zeigen ähnliche Komplikationsraten wie die iliosakrale Verschraubung. Als alternative Therapieoptionen können Sacral-Stäbe mittels Doppelgewinde,der nur in den USA verfügbare CurvaFix, zementaugmentierte Schraubenosteosynthesen oder winkelstabile SacroNail zum Einsatz.

Material und Methoden: In dieser Studie erfolgte die Stabilisierung von n=26 Insuffizienzfrakturen des Beckenrings (FFP II – FFP IV) mittels SacroNail. Die anteriore Komponente wurde hierbei nicht durch ein additives Implantat zusätzlich stabilisiert. Alle PatientInnen wurden postoperativ unter Teilbelastung der jeweils ausgeprägteren ossären Defektzone mobilisiert. Es folgten Kontrollen postoperativ mittels Röntgen- und CT-Kontrolle sowie weitere klinisch-radiologische Kontrollen nach 6 Wochen bis zu 1 Jahr postoperativ.

Ergebnisse: Alle PatientInnen konnten am 1. POD mobilisiert werden. Hierbei zeigte sich bereits am 1. POD eine Reduktion der VAS. Die Mobilisation erfolgte zunächst am Gehwagen und konnte bei allen PatientInnen bis zur Entlassung an Tag 5–8 auf Unterarmgehstützen umgestellt werden. Die Implantatlage zeigte sich in allen Fällen ohne Fehllage und ohne Revisionsnotwendigkeit. Nach 6 Wochen zeigte sich ein insgesamt erhöhtes Mobilitätsniveau, geringere VAS der PatientInnen, des Weiteren zeigte sich neben der dorsalen Stabilität eine zunehmende Durchbauungstendenz der anterioren Frakturkomponente. Als Komplikationen zeigte sich ein lokales Hämatom im Bereich der Insertion, welches konservativ behandelt wurde, in 2 Fällen zeigte sich trotz Winkelstabilität und angewendetem Drehmoment eine sekundäres Auslockern je einer winkelstabilen Verriegelungsschraube, ohne sekundäre Dislokation der Fraktur oder neuer Schmerzkomponente. Eine Implantatentfernung wurde bis dato in keinem Fall notwendig.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Insuffizienzfraktur des Beckenrings insbesondere die Kombination der posterioren und anterioren Komponenten stellt weiterhin eine Herausforderung dar. Mit Hilfe des SacroNails konnten wir in unserem Patientenkollektiv eine reproduzierbare Stabilisierung ohne Probleme in Hinblick auf Implantatlage erreichen. Des Weiteren konnte entgegen des früheren Procederes angewendeten Kombination der dorsalen Verschraubung und Fix. Externe, eine einfachere Handhabung der PatientInnen durch eine rein dorsale Stabilisierung erreicht werden.