German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Revisionarthrodese versus Revisionsendoprothetik nach Versagen der Sprunggelenksendoprothese
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Nach Versagen einer Sprunggelenksendoprothese (Total Ankle Arthroplasty, TAA) stehen die Revisionarthrodese (RAA) und die Revisionsendoprothese (RTAA) als Revisionsverfahren zur Verfügung. Ziel dieser Studie war der Vergleich der Überlebensraten beider Verfahren sowie die explorative Analyse von Faktoren, die mit einem Therapieversagen assoziiert sind.
Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie (Evidenzlevel C) durchgeführt. Eingeschlossen wurden 124 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2006 und 2020 aufgrund einer fehlgeschlagenen primären TAA entweder einer RAA (n = 72) oder einer RTAA (n = 52) unterzogen wurden. Das mittlere Follow-up betrug 71,6 ± 42,7 Monate. Als chirurgisches Versagen wurde die erneute operative Revision des Revisionsverfahrens definiert und in einer Kaplan-Meier-Analyse als Ereignis („death“) berücksichtigt. Zusätzlich wurde ein klinisches Versagen anhand eines European Foot and Ankle Society (EFAS)-Scores < 10 definiert. Gruppenvergleiche erfolgten mittels t-Test und Chi-Quadrat-Test. Der Einfluss des Revisionsverfahrens auf das Versagensrisiko wurde mittels Cox-Regression untersucht. Entscheidungsbaum-Analysen wurden explorativ eingesetzt.
Ergebnisse: Ein chirurgisches Versagen trat bei 8 von 124 Fällen (6,45%) auf, ohne signifikanten Unterschied zwischen RAA (6,94%) und RTAA (5,77%). Die 1- und 5-Jahres-Überlebensraten betrugen 95% und 93% für RAA sowie 98% und 97% für RTAA. Nach etwa 87 Monaten zeigten sich konvergierende Überlebenskurven. Die Cox-Regression ergab keinen signifikanten Einfluss des Revisionsverfahrens auf das Versagensrisiko (p = 0,93). Ein klinisches Versagen (EFAS < 10) lag bei 33 von 124 Fällen (26,61%) vor. Zusätzliche operative Maßnahmen wurden signifikant häufiger bei RTAA durchgeführt (p = 0,0007). In der explorativen Analyse waren bei RAA weibliches Geschlecht, höherer Body-Mass-Index und jüngeres Alter mit einem Versagen assoziiert. Bei RTAA zeigten sich große periprothetische Zysten (> 1 cm) und ein erhöhter Body-Mass-Index als relevante Faktoren. Tabelle 1 [Tab. 1] zeigt die Verteilung der chirurgischen und klinischen Versager für die Kohorte und beide Revisionsverfahren.
Diskussion und Schlussfolgerung: Sowohl die Revisionarthrodese als auch die Revisionsendoprothese weisen nach fehlgeschlagener Sprunggelenksendoprothese vergleichbare mittelfristige Überlebensraten auf. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Versagen der primären TAA in vielen Fällen erfolgreich durch geeignete Revisionsverfahren behandelt werden kann. Die Wahl des Revisionsverfahrens sollte individualisiert erfolgen und sowohl patienten- als auch befundabhängige Faktoren berücksichtigen.




