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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit, Funktion und Lebensqualität nach distalen Nervenverletzungen der oberen Extremität

Dhiren Babbar - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Maximilian Mayrhofer-Schmid - BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland; Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Kilian Morrissey - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Omar Moussa - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Floris Raasveld - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Krystle Tuaño - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Kyle Eberlin - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA

Text

Fragestellung: Distale Nervenverletzungen der oberen Extremität können langfristig zu funktionellen Einschränkungen, Schmerzen und verminderter Lebensqualität führen. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen Funktion, psychischer Gesundheit und gesundheitsbezogener Lebensqualität zu untersuchen sowie zu prüfen, ob ein klinisch relevanter QuickDASH-Grenzwert (>15,91) dabei helfen kann, eine Risikogruppe mit ungünstigeren Ergebnissen in diesen Aspekten zu identifizieren.

Methodik: Eingeschlossen wurden Patientinnen und Patienten mit operativ versorgten Nervenverletzungen der oberen Extremität distal des Ellenbogens. Erfasst wurden validierte Outcome-Parameter zur Funktion der oberen Extremität (QuickDASH), psychischen Gesundheit (PROMIS Depression und PROMIS Anxiety), Schmerzintensität (numerische Ratingskala) und gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EQ-5D-3L). Die Zusammenhänge zwischen QuickDASH und den weiteren Endpunkten wurden mittels Spearman-Korrelation und univariater linearer Regression analysiert. Zusätzlich erfolgte eine Dichotomisierung anhand des klinisch relevanten QuickDASH-Grenzwerts >15,91 versus ≤15,91.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1: Depressions- und Angstwerte in Abhängigkeit von klinisch relevanter QuickDASH-Einschränkung (≤15,91 vs. >15,91).

Ergebnisse: Insgesamt wurden 70 Patientinnen und Patienten mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 5,4 Jahren eingeschlossen. Eine stärkere funktionelle Einschränkung im QuickDASH war mit stärkerem Schmerz und einer schlechteren gesundheitsbezogenen Lebensqualität assoziiert (jeweils p<0,001). In der Korrelationsanalyse zeigten sich keine statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen QuickDASH und PROMIS Depression (p=0,062) beziehungsweise PROMIS Anxiety (p=0,12). In der univariaten linearen Regression waren höhere QuickDASH-Werte jedoch signifikant mit höheren Depressions- und Angstscores, stärkerem Schmerz sowie einer schlechteren Lebensqualität assoziiert. Im Gruppenvergleich berichteten Patientinnen und Patienten mit QuickDASH-Werten >15,91 signifikant höhere Angstscores (p=0,005), stärkere Schmerzen (p<0,001) und eine schlechtere Lebensqualität (p=0,002) als Patientinnen und Patienten mit Werten ≤15,91. Für Depression zeigte sich ein Trend ohne statistische Signifikanz (p=0,053).

Abbildung 2 [Abb. 2]

Abbildung 2: Schmerz und Lebensqualität in Abhängigkeit von klinisch relevanter QuickDASH-Einschränkung (≤15,91 vs. >15,91).

Schlussfolgerung: Nach distalen Nervenverletzungen der oberen Extremität war eine stärkere langfristige funktionelle Einschränkung mit mehr Schmerz und geringerer Lebensqualität assoziiert; in der Regressionsanalyse zeigten sich zusätzlich Zusammenhänge mit ungünstigeren Depressions- und Angstwerten. Der QuickDASH-Grenzwert >15,91 könnte als praktikables Screening-Instrument dienen, um Patientinnen und Patienten mit erhöhtem psychosozialem Unterstützungsbedarf frühzeitig zu identifizieren.