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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Einfluss verschiedener Verletzungen des Triangulären fibrokartilaginären Komplexes in Abhängigkeit von Pro- und Supination auf die Stabilität des distalen Radioulnargelenkes – eine biomechanische Studie

Merle Riechmann - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Matthias Klimek - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Anna Wichmann-Reisener - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Franziska Schede - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Martin Langer - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Simon Oeckenpöhler - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland

Text

Fragestellung: In zahlreichen Studien wurde der Einfluss des Triangulären fibrokartilaginären Komplexes (TFCC) auf die Stabilität im distalen Radioulnargelenk (DRUG) untersucht. Der Anteil einzelner Strukturen des TFCC sowie der Einfluss der Pro- und Supinationsstellung auf die Stabilität des distalen Radioulnargelenks ist nur unzureichend beschrieben. Ziel dieser Studie war es, den Beitrag der einzelnen anatomischen Komponenten des TFCC zur biomechanischen Stabilität des DRUG in unterschiedlichen Pro- und Supinationswinkeln zu analysieren. Daraus könnten differenzierte diagnostische Test bei Verletzungen des TFCC und spezifische angepasste Rekonstruktionen abgeleitet werden.

Methodik: Die Stabilität des DRUG wurde mithilfe einer uniaxialen Prüfmaschine (Instron 8874; Instron, Darmstadt, Germany) an humanen Unterarmpräparaten (n=9) untersucht. In maximaler Pro- und Supination, halb-maximaler Pro- und Supination und Neutralstellung wurde die Stabilität der Ulna in Relation zum Radius in einem weggesteuerten Protokoll getestet, welches die native Kinematik eines kraftgesteuerten Testprotokolls mit 20N wiedergab. Die Untersuchung wurde am intakten TFCC sowie dem sequenziell durchtrennten TFCC durchgeführt (Lig. radioulnare dorsale (1.) und palmare (2.); Lig. subcruentum (3.); schräge distale Bündel (DOB) der Membrana interossea (4.)). Die Auswertung erfolgte mittels Zwei-Wege-ANOVA mit anschließendem Dunnett-Post-hoc-Test; das Signifikanzniveau wurde auf p < 0,05 festgelegt.

Ergebnisse: Das Lig. subcruentum erwies sich unabhängig von Bewegungsstellung und Translationsrichtung als zentraler Stabilisator des DRUG. Besonders bei dorsaler Translation zeigte sich ein führender Beitrag (48–99%), mit signifikanter Relevanz in Neutralstellung sowie halber und maximaler Pronation und Supination. Ergänzend zeigten die palmaren Bänder in Supinationsstellung einen zusätzlichen, jedoch nicht signifikanten stabilisierenden Effekt. Auch bei palmarer Translation bestätigte sich die Schlüsselrolle des Lig. subcruentum (11–38%), wobei signifikante Effekte in Neutralstellung und maximaler Pronation nachgewiesen werden konnten. Bei palmarer Translation trug zudem das DOB der Membrana interossea in maximaler Pronation signifikant zur Stabilität bei sowie die dorsale Kapsel in Supinationsstellung, diese jedoch ohne statistische Signifikanz.

Schlussfolgerung: Das Ligamentum subcruentum stellt sich über alle Supinations- und Pronationswinkel sowie bei dorsaler und palmarer Translation als Hauptstabilisator im DRUG dar und sollte daher sowohl in der klinischen und radiologischen Diagnostik als auch bei der Rekonstruktion primär Beachtung finden. Klinische Testungen der Kapsel auf Integrität haben insbesondere in Supinationsstellung einen Stellenwert, da sich der stabilisierende Effekt im DRUG in Supination am deutlichsten zeigt. Insgesamt weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die Stabilität des DRUG nicht nur strukturspezifisch, sondern auch stark von der Unterarmrotation abhängig ist.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1: Prozentualer Anteil der getesteten Strukturen an der Stabilität des distalen Radioulnargelenks bei a) palmarar bzw. b) dorsaler Translation in maximaler Supination, halb-maximaler Supination, Neutralstellung, halb-maximaler Pronation und maximaler Pronation.