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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Einfluss der Kollagenmatrix-Umhüllung nach Rekonstruktion peripherer Nerven auf die Nervenregeneration und Narbenbildung

Maite Custodio Romero - Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Maximilian Mayrhofer-Schmid - Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland; Division of Plastic and Reconstructive Surgery, Department of Surgery, Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA; Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin; Lehrstuhl für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Martin Aman - Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland; Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin; Lehrstuhl für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Ulrich Kneser - Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Leila Harhaus-Wähner - Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland; Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin; Lehrstuhl für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Arne Böcker - Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland

Text

Fragestellung: Durchtrennungen peripherer Nerven stellen eine erhebliche therapeutische Herausforderung dar. Trotz mikrochirurgischer Nervenkoaptation bleibt die funktionelle Erholung postoperativ durch perineurale Narbenbildung und unvollständige axonale Regeneration oft eingeschränkt. Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Effekts einer intraoperativen Umhüllung von Koaptationsstellen mit MatriDerm® (MD), einer klinisch zur dermalen Wunddeckung eingesetzten Kollagen-Elastin-Matrix, auf die periphere Nervenregeneration im N.-ischiadicus-Modell der Ratte.

Methodik: Bei 44 weiblichen Lewis-Ratten erfolgte nach scharfer Durchtrennung des rechten N. ischiadicus die Randomisierung in vier Gruppen: direkte epineurale Koaptation (EK), EK mit MD-Umhüllung (EK-MD), autologes Nerventransplantat (AT) und AT mit MD-Umhüllung (AT-MD). Über 12 Wochen wurden Körpergewicht und funktionelle Regeneration mittels Visual Static Sciatic Index (VSSI) wöchentlich erfasst. Nach Euthanasie wurde das ipsi- und kontralaterale Nervengewebe zur histologischen und histomorphometrischen Beurteilung von Narbenbildung und axonaler Morphologie entnommen. Die Zielmuskulatur wurde histologisch auf Atrophiezeichen untersucht.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1: Applikation von MatriDerm® um eine direkte epineurale Nervenkoaptation (obere Reihe) sowie um ein autologes Nerventransplantat (untere Reihe).

Ergebnisse: Tiere der AT-MD-Gruppe zeigten ab der dritten postoperativen Woche eine stärkere Gewichtszunahme (p < 0,05), während zwischen den EK-Gruppen kein signifikanter Unterschied feststellbar war. Die funktionelle Regeneration war in beiden MD-Gruppen beschleunigt, in der EK-MD-Gruppe in der mittleren Erholungsphase (p < 0,05 in Woche 3, 5, 6 und 8), in der AT-MD-Gruppe in der späten Erholungsphase (p < 0,05 in Woche 8–12). Histologisch zeigte sich in beiden MD-Gruppen eine reduzierte epineurale Narbenbildung.

Abbildung 2 [Abb. 2]

Abbildung 2: Funktionelle Erholung gemessen mittels VSSI. Tiere mit MD-Umhüllung erzielten signifikant bessere Werte im Vergleich zu ihrer jeweiligen Kontrollgruppe, in den EK-Gruppem in der mittleren Erholungsphase (p < 0,05 in Woche 3, 5, 6 und 8), in den AT-Gruppen in der späten Erholungsphase (p < 0,05 in Woche 8–12).

Schlussfolgerung: Im untersuchten Tiermodell wirkte sich die Anwendung von MD positiv auf die periphere Nervenregeneration aus. Die Applikation war mit einer beschleunigten funktionellen Erholung sowie einer reduzierten Narbenbildung assoziiert. Aufgrund der einfachen Handhabung und klinischen Verfügbarkeit erscheint MD als potenziell geeignetes adjuvantes Hüllmaterial in der peripheren Nervenrekonstruktion.