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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

15 Jahresergebnisse nach Implantation von Daumensattelgelenk-Totalendoprothesen

Alexander Joist - St.-Clemens-Hospital Geldern, Geldern, Deutschland
Uwe Joosten - Marien-Hospital Osnabrück, Osnabrück, Deutschland
Mareike Groterhorst - Praxis für Ergotherapie und Neurofeedback, Geldern, Deutschland
Marcel Bender - Sankt-Clemens-Hospital, Geldern, Deutschland

Text

Fragestellung: Waren früher die OP nach Epping oder andere Resektionsverfahren führend gewinnt die Totalendoprothese des Daumensattelgelenkes (DSG-TEP) zunehmend an Bedeutung. Zwar ersetzt sie nicht die etablierten Resektionsarthroplastik bei Rhizarthrose, stellt jedoch eine sehr gute mögliche Alternative dar.Dennoch besteht weiterhin kontroverse Diskussion. In dieser Studie präsentieren wir nach unserem Wissen die größte Anzahl von dokumentierten DSG-TEP-Implantation über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Methodik: Zwischen Januar 2008 und Dezember 2022 wurden alle Patienten mit symptomatischer Rhizarthrose, denen eine DSG-TEP vom Typ Carpo-Fit® (Implantcat) eingesetzt wurde, in die Studie eingeschlossen und klinisch untersucht. Erfasst wurden unter anderem Beweglichkeit, Grob- und Feingriffkraft, der DASH-Score, der VAS-Schmerzscore sowie ein globaler Zufriedenheitsscore. Standadisierte radiologische Aufnahmen erfolgten vor und nach der Operation sowie nach 12 Monaten. Bei klinischen Beschwerden oder Auffälligkeiten erfolgten gezielt weitere Röntgenaufnahmen. Ziel der Studie war die Analyse der Komplikationen Und Langzeitergebnisse. Von besonderem Interesse war die Lebensdauer der implantierten Prothesen und Lockerungsraten.

Ergebnisse: Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum 560 Prothesen bei 474 Patienten implantiert und in die Auswertung einbezogen. 231 dieser Prothesen waren zum Zeitpunkt der Analyse bereits seit über 10 Jahren in situ. Eine vollständige Nachuntersuchung konnte bei 173 Patienten mit insgesamt 201 Prothesen erfolgen, da einige Patienten beidseitig eine Prothese implantiert bekommen haben. Die Drop-out-Rate lag bei 12,9% entspricht. Die kumulative Überlebensrate der Implantate lag nach 15 Jahren bei 95,6%. In sämtlichen Bewegungsrichtungen konnte postoperativ eine signifikante Verbesserung der Daumenbeweglichkeit beobachtet werden (p<0,01). Die Kraftwerte für Grobgriff (+308%) und Feingriff (+288%) zeigten ebenfalls eine deutliche Steigerung. Der mittlere DASH-Score sank von präoperativen 47,7 Punkten auf 10,8 Punkte nach sechs Monaten und blieb seither stabil (p<0,01). Der Schmerzscore (VAS) reduzierte sich signifikant von 7,8 auf 1,0. Bereits sechs Monate nach dem Eingriff konnten 90,7% der Patienten ihr ursprüngliches Aktivitätsniveau wieder erreichen.

Schlussfolgerung: Die DSG-TEP erwies sich in dieser Studie als effektive Behandlungsoption bei symptomatischer Rhizarthrose, mit schneller und anhaltender Wiederherstellung der Gelenkfunktion. Das in dieser Untersuchung verwendete Implantat zeigte eine Überlebensrate der Prothesen von über 95%. Die überzeugenden Langzeitergebnisse sprechen dafür, dass die DSG-TEP künftig eine relevantere Rolle als Alternative zur Resektionsarthroplastik einnehmen könnte.