66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
Anatomische Aspekte des Daumensattelgelenks in der Allgemeinbevölkerung und ihre Relevanz für die Endoprothetik – eine Untersuchung auf Grundlage der SICH als Pilotstudie zur DGH-geförderten Studie FIST
Text
Fragestellung: Die anatomische Variabilität des Daumensattelgelenks stellt eine zentrale Herausforderung für die endoprothetische Versorgung dar. Sowohl die komplexe Konfiguration des Os Trapeziums mit seiner in dorsopalmarer Richtung konvex und in radioulnarer Richtung konkav gebogenen Gelenkfläche als auch die Anatomie der Basis des ersten Mittelhandknochens müssen in die Überlegungen einbezogen werden, wenn ein Gelenkersatz im Sinne einer Totalendoprothese geplant ist. Aber wie relevant sind zusätzliche Faktoren wie Geschlecht, Alter und Händigkeit?
Methodik: Im Rahmen der Study of Health in Pomerania (SHIP), einer der größten deutschen bevölkerungsbasierten Kohortenstudien, erfolgte die Erhebung verschiedenster Gesundheitsdaten von über 4.000 Probanden.
Eine gesonderte Betrachtung der Funktion und Morphologie der Hand beinhaltete die Pilotstudie SICH (Study of Imaging of the Cartilage and other Structures of the Hand): eine Untersuchung der Hände von 300 Probanden in dem Zeitraum von 2016 bis 2017 mittels 1,5T-MRT. Auf dieser Basis wurde die DGH-geförderte Studie mit dem Akronym FIST (Functional and Imaging Study of the Hand) implementiert. Nach multiplanarer Rekonstruktion wurde die Konfiguration des Os Trapeziums und des Metacarpale I untersucht. Die Ergebnisse wurden auf Korrelation mit Sekundärfaktoren wie Alter, Griffkraft, Geschlecht und Händigkeit getestet.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Punkt der tiefsten Krümmung des Os trapeziums in der radioulnaren Projektion vergleichsweise zentral auf der Gelenkfläche befindet. In der dorsopalmaren Projektion zeigt sich, dass der tiefste Krümmungspunkt dorsal vom planaren Mittelpunkt liegt.
Aus den Messungen des Winkels an der MC-I-Basis zeigt sich eine anatomische Varianz mit einer Streuung von 1,3° bis 30,1°. Im Durchschnitt wurde ein Winkel von 11,7° ermittelt. Analysiert in Clustern fand sich eine Häufung bei 8°, 11° und 15°.
Schlussfolgerung: Die abschließende statistische Analyse der anatomischen Parameter in Bezug auf die Sekundärfaktoren befindet sich aktuell in der Finalisierung und kann im Oktober zum Jahreskongress der DGH präsentiert werden.



