66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
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Prädiktoren für frühzeitige Reoperation nach Fingeramputationen: Eine Kohortenanalyse von 7.555 Fällen
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Fragestellung: Reoperationen nach Fingeramputationen stellen eine zusätzliche Belastung für Patientinnen und Patienten sowie für das Gesundheitssystem dar. Ziel dieser Studie war es, Faktoren zu identifizieren, die mit einer frühen Rückkehr in den Operationssaal assoziiert sind, und das Spektrum der durchgeführten Revisionseingriffe nach Fingeramputationen zu charakterisieren.
Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Kohortenstudie auf Grundlage der Participant Use Files des American College of Surgeons National Surgical Quality Improvement Program (ACS NSQIP) aus den Jahren 2012 bis 2024. Fingeramputationen wurden anhand der CPT-Codes der Indexeingriffe identifiziert. Primärer Endpunkt war die Rückkehr in den Operationssaal innerhalb von 30 Tagen. Fälle mit und ohne Reoperation wurden mittels bivariater Analysen verglichen. Die bei Reoperation kodierten CPT-Codes wurden deskriptiv ausgewertet, um die Art der Revisionseingriffe zu charakterisieren.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 7.555 Fingeramputationen eingeschlossen. Davon wurden 350 Fälle (4,6%) innerhalb von 30 Tagen erneut operiert. Reoperationen waren signifikant mit Parametern erhöhter medizinischer Vulnerabilität assoziiert. Im Vergleich zu Fällen ohne Reoperation wiesen reoperierte Patientinnen und Patienten häufiger eine chronische Dialysepflicht (41,7% vs. 14,0%), einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus (49,7% vs. 22,7%), eine Gerinnungsstörung (20,6% vs. 9,3%), eine Herzinsuffizienz (11,1% vs. 5,5%) sowie eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (10,3% vs. 5,5%) auf (jeweils p<0,001). Präoperative Laborwerte zeigten niedrigere Hämatokrit- und Albuminwerte sowie höhere Kreatinin- und Leukozytenwerte in der Reoperationsgruppe (jeweils p<0,001). Für 311 von 350 Reoperationen (88,9%) lagen CPT-Codes vor; am häufigsten fanden sich erneute Amputationen (31,0%) und Débridements (16,6%).
Tabelle 1 [Tab. 1] Tabelle 1: Signifikant mit einer Reoperation innerhalb von 30 Tagen assoziierte Faktoren.
Schlussfolgerung: Eine Rückkehr in den Operationssaal innerhalb von 30 Tagen nach Fingeramputation trat in 4,6% der Fälle auf und war mit klinischen Zeichen erhöhter Gebrechlichkeit und ungünstigen präoperativen Laborparametern assoziiert. Erneute Amputationen und Débridements waren die häufigsten Revisionsverfahren. Die Ergebnisse sprechen für eine konsequente perioperative Risikostratifizierung und gezielte Optimierung bei Hochrisikopatientinnen und -patienten.



