Logo

66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Die perkutane A1-Ringbandspaltung – Ergebnisse der ersten eigenen 307 Operationen und Empfehlungen für problematische postoperative Verläufe

Steffen Löw - Praxis für Handchirurgie und Unfallchirurgie, Bad Mergentheim, Deutschland
Felizia Löw - Praxis für Handchirurgie und Unfallchirurgie, Bad Mergentheim, Deutschland
Sebastian Kiesel - Praxis für Handchirurgie und Unfallchirurgie, Bad Mergentheim, Deutschland

Text

Fragestellung: Die perkutane A1-Ringbandspaltung ist eine elegante Methode zur Behandlung von Tendovaginitiden an Daumen und Fingern. Nach einem halben Jahr eigener Anwendung sollten die eigenen Ergebnisse dieser Technik überprüft werden. Der Vortrag stellt diese dar und gibt Empfehlungen für problematische postoperative Verläufe.

Methodik: Die ersten in der eigenen Praxis durchgeführten Operationen wurden konsequent nach wenigen Tagen nachuntersucht. Erfasst wurden Restbeschwerden, Sensibilitätsstörungen, Beweglichkeit und persistierende Schnappphänomene. Die Patienten wurden anhand der Ergebnisse in 3 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1: Patienten mit allenfalls geringen Restbeschwerden, die subjektiv mit dem Ergebnis zufrieden waren. Gruppe 2: Patienten, die noch relevante Restbeschwerden beklagten wie Schwellneigung und Einschränkung des Faustschlusses. Gruppe 3: Patienten, die bei der Nachuntersuchung oder auch später im Verlauf noch oder wieder ein Schnappphänomen aufwiesen.

Ergebnisse: Die 272 behandelten Patienten (130 Männer, 142 Frauen) waren durchschnittlich 65 Jahre alt (22 bis 94). Bei 153 Patienten wurde die rechte, bei 112 Patienten die linke und bei 7 Patienten beide Hände behandelt. Es handelte sich um 81 Daumen, 13 Zeige-, 109 Mittel-, 83 Ring- und 21 Kleinfinger, wobei in 33 Fällen 2 Finger, in einem Fall 3 Finger simultan behandelt wurden. Die Nachuntersuchung fand im Median nach 7 Tagen statt. Bei der Nachuntersuchung wurden 219 Patienten (81%) der Gruppe 1 zugeordnet, sodass keine Wiedervorstellung mehr erforderlich war. 42 Patienten (15%) wurden aufgrund anhaltender Schmerzen und/oder relevant eingeschränkten Faustschlusses Gruppe 2 zugeordnet. 8 dieser Patienten erhielten eine lokale Injektionsbehandlung mit Cortison, 11 Patienten wurde Physiotherapie rezeptiert. 11 Patienten (4%) beklagten weiterhin ein Schnappen, welches in 3 Fällen nur mild ausgeprägt war und spontan sistierte, in 8 Fällen aber nochmal mittels derselben Technik nachoperiert wurde. Die zweite Operation fand dabei nach 3, 6, 7, 7, 11, 14, 40, bzw. 54 Tagen statt. In 2 dieser Fälle war eine 3. Operation erforderlich, die nur bei einem der Patienten zum Erfolg führte, bei der anderen Patientin zunächst beobachtet wird. Sensibilitätsstörungen fanden sich bei keinem der Patienten.

Schlussfolgerung: Die perkutane A1-Ringbandspaltung zeigt zu einem hohen Anteil innerhalb weniger Tage eine nahezu freie Fingerfunktion. Liegt bei der Nachuntersuchung noch ein relevant eingeschränkter Faustschluss vor, wird nochmals auf die Notwendigkeit des aktiven Faustschlusses hingewiesen. Selten ist Physiotherapie erforderlich. Erst bei vollständigem Faustschluss ohne Schnappphänomen kann die Behandlung als gesichert erfolgreich beendet werden. Bei anhaltenden Schmerzen und Schwellneigung kann eine Cortison-Infiltration sinnvoll sein. Persistierendes Schnappen kann schließlich nochmal in derselben perkutanen Technik revidiert werden. Die eigenen Erfahrungen legen die Notwendigkeit nahe, die Patienten postoperativ selbst nachzubehandeln.