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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Der Effekt rezidivierender Lokalanästhetika-Infiltrationen bei chronischen Handgelenksschmerzen

Katja Koll - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Eileen Wehner - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Björn Schaper - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Moritz Delang - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Beatrix Steinborn - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Ulrich Kneser - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Leila Harhaus-Wähner - Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin, Deutschland
Arne Böcker - BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland

Text

Fragestellung: Chronische Handgelenksschmerzen beeinträchtigen den Alltag erheblich und sind ein häufiges Beschwerdebild, das durch operative Therapien oft nur unzureichend gelindert werden kann. Die Neuraltherapie, bei denen Lokalanästhetika als minimalinvasive Behandlung eingesetzt werden, haben sich in anderen Fachgebieten bereits erfolgreich zur Therapie chronischer Schmerzen unter Erhalt des Bewegungsumfangs etabliert. Diese klinisch-prospektive Studie untersucht die Fragestellung, ob rezidivierender Lokalanästhetika-Infiltrationen des Nervus interosseus anterior (NIA) und posterior (NIP) effektiv chronischen Handgelenksschmerzen lindern können.

Methodik: 33 Patienten mit chronischen Handgelenksschmerzen erhalten über 10 Wochen wöchentlich NIP-NIA-Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum. Die Schmerzreduktion wird als primäre Zielgröße anhand der numerischen Ratingskala und des Pain-Detect-Fragebogens bis zu einem Jahr postinterventionell erfasst. Zudem werden die Handfunktion und soziopsychologische Aspekte analysiert.

Ergebnisse: Insgesamt erhielten 31 Patienten mit chronischen Handgelenksschmerzen über 10 Wochen wöchentlich NIP-NIA-Infiltrationen mit dem Lokalanästhetikum Procain. Komplikationen oder eine Verschlechterung der Beschwerden traten nicht auf. Im Vergleich zu den Ausgangswerten vor Beginn der Infiltrationen zeigte sich nach zehn Wochen eine signifikante Reduktion des Schmerzniveaus sowohl in Ruhe (p=0,049) als auch unter Belastung (p<0,001). Darüber hinaus wurde eine signifikante Reduktion der funktionellen Einschränkungen und Symptome im Bereich der oberen Extremitäten mittels DASH-Score (p=0,009) sowie eine signifikante verbesserte Handgelenksfunktion mittels Mayo-Wrist-Score (p<0,001) nachgewiesen. Zur Beurteilung der langfristigen Wirksamkeit wurden die Studienteilnehmer nach drei und sechs Monaten erneut untersucht. Bei den verbliebenen 25 Patienten war für den Ruheschmerz keine signifikante Reduktion mehr nachweisbar (p=0,169), wohingegen der Belastungsschmerz bis sechs Monate nach der letzten Infiltration weiterhin signifikant reduziert war (p=0,002). Der DASH-Score zeigte bis drei Monate nach der Intervention eine signifikante Verbesserung (p=0,004). Mittels Mayo-Wrist-Score konnte sogar noch nach sechs Monaten eine signifikante Steigerung der Handgelenksfunktion festgestellt werden (p<0,001).

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigten, dass eine rezidivierende NIP-NIA-Lokalanästhetika-Infiltration eine langfristige Reduktion des Belastungsschmerz sowie eine verbesserte Handgelenksfunktion erzielte. Zukünftig könnte diese Therapieform eine risikoarme Alternative zu operativen Eingriffen darstellen. Eine abschließende Beurteilung der Wirksamkeit nach zwölf Monaten sowie eine Subgruppenanalyse stehen derzeit noch aus.