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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Lokalisationsfähigkeit im vorderen und hinteren Halbkreis bei beidseitiger Cochlea-Implantat-Versorgung mit verschiedenen Mikrofoncharakteristiken

Benjamin Beyer - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Abteilung für Experimentelle Audiologie, Magdeburg, Deutschland
Jesko L. Verhey - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Abteilung für Experimentelle Audiologie, Magdeburg, Deutschland
Jan Hots - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Abteilung für Experimentelle Audiologie, Magdeburg, Deutschland

Text

Räumliches Hören spielt im Alltag eine zentrale Rolle – etwa dabei, in einer Gesprächsgruppe die sprechende Person ausfindig zu machen oder im Straßenverkehr frühzeitig die Richtung möglicher Gefahren zu erkennen. Besonders Informationen aus dem rückwärtigen Raum werden oftmals zuerst über das Gehör wahrgenommen. Die vorliegende Studie untersucht, wie verschiedene Mikrofoncharakteristiken der Sprachprozessoren die Fähigkeit zur Schalllokalisation bei beidseitiger CI-Versorgung beeinflussen. Betrachtet werden dabei die Mikrofoneinstellungen „omni“ und „natürlich“ des Herstellers MED-EL.

Zur Messung der Lokalisationsleistung wurde ein Versuchsaufbau mit 31 halbkreisförmig angeordneten Lautsprechern genutzt. Um Vorne-Hinten-Vertauschung auszuschließen, wurden der vordere und der hintere Halbkreis getrennt untersucht. Erfasst wurden sowohl die absolute Lokalisationsfähigkeit als auch der kleinste unterscheidbare Richtungsunterschied (englisch: Minimum Audible Angle, MAA) – jeweils für beide Hemisphären sowie beide Mikrofoncharakteristiken. Im Lokalisationsversuch wurden zwei Signalarten verwendet: (1) ein zufälliger einsekündiger Ausschnitt aus dem International Speech Test Signal (ISTS) und (2) ein Rauschsignal mit dem Langzeitspektrum des ISTS, dessen zeitlicher Verlauf einer Folge transienter Signale glich. Für die MAA-Bestimmung wurde ausschließlich der zweite Signaltyp genutzt, wobei im Unterschied zur Lokalisationsaufgabe nur ein einzelner Transient diente.

Die Ergebnisse der CI-Versuchspersonen wurden einer Kontrollgruppe normalhörender Personen gegenübergestellt.