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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Analyse der Vergleichbarkeit von OLSA- und HSM-Daten bei CI-Patienten und Entwicklung einer Umrechnungsfunktion

Lea Gercken - Medizinische Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover, Deutschland; Jade Hochschule Oldenburg, Institut für Hörtechnik und Audiologie, Oldenburg, Deutschland
Angelika Illg - Medizinische Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover, Deutschland; Medizinische Hochschule Hannover, Excellencecluster, Hearing4All, Hannover, Deutschland
Martin Hansen - Jade Hochschule Oldenburg, Institut für Hörtechnik und Audiologie, Oldenburg, Deutschland
Sven Kliesch - Medizinische Hochschule Hannover, Deutsches Hörzentrum, Hannover, Deutschland

Text

Fragestellung: Der Oldenburger Satztest (OLSA) und der Satztest nach Hochmair, Schulz, Moser (HSM) werden häufig zur Erfassung des Sprachverstehens bei Personen mit CI eingesetzt, unterscheiden sich jedoch in ihren Messskalen (Sprachverständlichkeitsschwelle (SVS) in dB bzw. Sprachverständlichkeit (SV) bei +10 dB SNR in %). Ziel der Arbeit war es, die Mittelwerte und die Streuung verschiedener OLSA-SVS-Auswertungsmethoden und der HSM-Ergebnisse systematisch zu vergleichen und eine Umrechnungsfunktion zu entwickeln, die eine Übertragbarkeit zwischen OLSA- und HSM-Daten ermöglicht.

Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse zweier unabhängiger Patientenkollektive durchgeführt, für die entweder OLSA- oder HSM-Sprachtestergebnisse vorlagen. Für den OLSA wurden vier etablierte SVS-Auswertevarianten berücksichtigt. Deren Mittelwerte und Standardabweichungen wurden sowohl untereinander als auch im Vergleich zur Variabilität der HSM-Verständlichkeitswerte analysiert. Zur Entwicklung einer Umrechnungsfunktion zwischen OLSA-SVS und HSM-SV wurde eine Quantil-Transformation zwischen den Originalskalen der beiden Testverfahren durchgeführt.

Ergebnisse: Die Analyse zeigte signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten der vier OLSA-SVS-Auswertungsmethoden, allerdings mit geringer Effektstärke. Die Standardabweichungen unterschieden sich ebenfalls signifikant und wiesen mittlere bis große Effektstärken auf. Mit Hilfe der Quantil-Transformation konnte eine Umrechnungsfunktion zwischen OLSA-SVS und HSM-SV entwickelt werden, die eine Übertragung der Testergebnisse zwischen beiden Verfahren ermöglicht.

Schlussfolgerung: Die Analyse liefert eine umfassende Bewertung der Vergleichbarkeit von OLSA- und HSM-Testergebnissen bei Personen mit CI. Die entwickelte Umrechnungsfunktion stellt einen wichtigen Schritt zur präziseren quantitativen Vergleichbarkeit beider Sprachtests dar und unterstützt zukünftig eine klinische Interpretation verschiedener audiologischer Sprachmessungen.