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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Untersuchung des Richtungshörens von Patienten: innen mit bilateraler Cochlea-Implantat-Versorgung anhand des Richtungshörtests ERKI

Simone Volpert - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Ivan Pecovic - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Ipek Türkyilmaz - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Susann Thyson - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Maika Werminghaus - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Katharina Schaumann - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Jörg Schipper - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland
Thomas Klenzner - Universitätsklinik Düsseldorf, Hörzentrum, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Das Richtungshören stellt eine essenzielle Funktion des auditorischen Systems dar und ist insbesondere für die räumliche Orientierung sowie das Sprachverstehen in komplexen Hörsituationen von zentraler Bedeutung. Bei Personen mit bilateraler Cochlea-Implantat-Versorgung (biCI) ist diese Fähigkeit infolge der limitierten Übertragung interauraler Hinweisreize oftmals eingeschränkt. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Richtungshörleistung von biCI Träger: innen (biCI) im Vergleich zu normalhörenden Kontrollpersonen (NH) unter kontrollierten Bedingungen in einer kleinen Kohorte systematisch zu untersuchen.

Methoden: Hierzu wurde der ERKI-Richtungshörtest, ein etabliertes audiologisches Verfahren zur Evaluation der Richtungswahrnehmung, unter zwei akustischen Bedingungen (1/f-Rauschen (Rosa Rauschen)) und zweisilbiger Sprachstimulus („Halo“) durchgeführt. Zusätzlich wurde das subjektive Anstrengungsempfinden mittels der Rating Scale Mental Effort (RSME) erfasst. An der Studie nahmen 4 biCI Patient: innen und 4 normalhörende Personen.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen tendenziell geringere Lokalisationsleistungen in der biCI-Gruppe im Vergleich für Rosa Rauschen (30,5% (SD= 8,85)) zur NH-Gruppe (74,75% (SD=7,13)). Innerhalb der biCI-Gruppe konnte eine verbesserte Performanz beim Sprachstimulus (44,25% (SD=4,79)) im Vergleich zum Rosa Rauschen beobachtet werden, was auf die bessere Auswertbarkeit sprachlich strukturierter Hüllkurvensignale hindeutet. Bei den NH- Probandinnen zeigte sich hingegen kein Leistungsunterschied zwischen den beiden Bedingungen (Sprachstimulus 73% (SD=20,22)). Das subjektive Anstrengungsempfinden war bei biCI Träger: innen insgesamt erhöht und unterlag interindividuellen Schwankungen, während NH-Probandinnen den Sprachstimulus als weniger belastend empfanden.

Diskussion: Die vorliegenden Ergebnisse verdeutlichen die eingeschränkte Richtungshörfähigkeit von biCI Träger: innen und verdeutlichen die Relevanz der Stimulusauswahl für audiologische Testverfahren. Darüber hinaus konnte die prinzipielle Anwendbarkeit des ERKI-Tests im klinischen Alltag hinsichtlich Zeit- und Durchführungsaufwand bestätigt werden.