28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Zum Leidensdruck bei hochgradig schwerhörigen Hörgerätenutzenden mit CI-Indikation
Text
Aufbauend auf den Erfahrungen aus nunmehr 40 Jahren mit Cochlea-Implantaten (CI) haben sich auch die Indikationskriterien für eine CI-Versorgung immer weiter von einer Gehörlosigkeit in Richtung hochgradiger Schwerhörigkeiten verschoben. Damit stellen CIs für das betroffene Klientel eine Alternative zu (High-Power-)Hörgeräten dar. Da sich gleichzeitig auch vermehrt Kooperationen zwischen HNO-Kliniken, Hörakustikern und CI-Firmen herausgebildet haben, bietet es sich an, Hörgeräte-Nutzer mit relativ geringem Nutzen durch die Hörgeräte auf eine CI-Versorgung anzusprechen. Mittlerweile haben sich auch Kriterien herausgebildet, wann etwa mit einer CI-Versorgung ein besserer Hörerfolg zu erwarten ist als mit einer (bestehenden) Hörgeräte-Versorgung [1]. Diese Kriterien basieren allein auf sprach- und tonaudiometrischen Daten und berücksichtigen keine weiteren Aspekte, z.B. wie die der subjektiven Funktionseinschränkung und Handicapschwere In einer umfangreichen Fragebogenstudie wurden Hörgeräte-Nutzer, die die audiometriebasierten Kriterien [1] für eine CI-Indikation erfüllen, sowie eine vergleichbare Gruppe, die diese Kriterien gerade eben nicht erfüllen, mittels eines Online-Surveys befragt. Dabei wurden Fragebögen eingesetzt, welche funktionale und hörspezifische Aspekte der Lebensqualität bezüglich Hörfähigkeit und Hörverstehen adressieren. Zusätzlich wurde der Nutzen des aktuellen Hörgerätes abgefragt. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse der Studie vorgestellt und dargestellt, welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Selektionskriterien bezüglich des Leidensdruckes ziehen lassen.



