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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Einfluss der Pulsbreite auf die ECAP Schwellen und Psychoakustik im Nexa-Implantat

Friederike Schattke - UKSH Kiel, Audiologie, Kiel, Deutschland
Britta Böhnke - UKSH Kiel, Audiologie, Kiel, Deutschland
Theresa Günther - UKSH Kiel, Audiologie, Kiel, Deutschland
Kevyn Kogel - UKSH Kiel, Audiologie, Kiel, Deutschland
Martin Olesch - UKSH Kiel, Audiologie, Kiel, Deutschland
Matthias Hey - UKSH Kiel, Audiologie, Kiel, Deutschland

Text

Fragestellung: Bei den Implantaten CI24RE und CI5/6xx (Cochlear Ltd.) wird standardmäßig eine Pulsbreite von 25 µs für die Auto-NRT Messung als auch Map Einstellung genutzt. Mit dem NEXA Implantat wurde ein neuer Standardwert von 45 µs für die Anpassungen eingeführt. Dies resultiert in zwei möglichen Messverfahren für die ECAPMessung: die Auto-NRT Messung mit einer Pulsbreite von 25 µs sowie die Amplitude Growth Function mit einer Pulsbreite von 45 µs. Dementsprechend gibt es eine Diskrepanz zwischen den ECAP-Schwellen gemessen bei den unterschiedlichen Pulsbreiten und der Map Einstellung. Bei den bisherigen Implantaten zeigt sich eine gute Übereinstimmung von ECAP-Schwellenprofil und Mapeinstellung. Deshalb können die AutoNRT Schwellen genutzt werden, um die Mapeinstellung vorzunehmen [1].

Das Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie der Einfluss der unterschiedlichen Pulsbreiten auf die ECAP-Schwellen für das NEXA Implantat aussieht. Weiterführend sollen diese elektrophysiologischen Schwellenprofile in Relation zu den psychoakustischen C-Werten der jeweiligen patientenspezifischen Map betrachtet werden.

Methoden: Für die Bestimmung der ECAP Schwellwerte werden zwei Messverfahren angewandt: (1) die Auto-NRT Messung bei einer Pulsbreite von 25 µs (ANRT25) sowie (2) die Amplitude Growth Function bei einer Pulsbreite von 45 µs (AGF45). Die Untersuchungen erfolgten während der Operation, im Rahmen der Erstanpassung und nach 3 Monaten Nutzung des CI-Systems. Die C-Werte werden aus der Mapeinstellung der jeweiligen Anpasssitzung dokumentiert.

Ergebnisse: Die Nachweisrate beider Messerverfahren stieg von der Erstanpassung bis zur 3 Monatskontrolle jeweils an. Insgesamt lassen sich bei der AGF45 von Beginn an mehr ECAPs nachweisen (vorläufige Werte: Intraoperativ: 89,7%, EAP: 90,8%, 3 Monate 97,9%), als bei der ANRT25 (vorläufige Werte: Intraoperativ: 95,1%, EAP: 82,8%, 3 Monate 89,6%).

Die Verläufe der mittleren ECAP-Schwellenwertprofile der ANRT25 als auch der AGF45 decken sich tendenziell mit dem der Vorgängerimplantate, wobei das Profil der AGF45 wie zu erwarten einen negativen Offset von 26 CL (vorläufiger Wert) aufweist. Die Korrelation von ECAP-Schwellenprofil zu den C Werten beträgt in der Erstanpassung für 25 µs R=0,71 (p<) und für 45 µs R=0,83 (p<0,001) (vorläufige Werte).

Schlussfolgerungen: Basierend auf der besseren Nachweisrate und der engeren Beziehung der ECAP- zu den C-Profile lässt sich ein bevorzugter Einsatz der ECAP Messung mit einer Pulsbreite von 45 µs motivieren.


References

[1] Smoorenburg GF, Willeboer C, van Dijk JE. Speech perception in nucleus CI24M cochlear implant users with processor settings based on electrically evoked compound action potential thresholds. Audiol Neurootol. 2002 Nov-Dec;7(6):335-47. DOI: 10.1159/000066154