Logo

28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Einfluss der Messposition am Kopf auf LDV-Messungen von Hautschwingungen bei Knochenleitungsstimulation am Mastioid

Dawid Brüning (né Murawski) - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät – HNO, Halle (Saale), Deutschland
Torsten Rahne - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät – HNO, Halle (Saale), Deutschland
Rajalakshmi Sivarajan - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät – HNO, Halle (Saale), Deutschland
Alexander Härtl - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät – HNO, Halle (Saale), Deutschland

Text

Fragestellung: Bei Knochenleitungshörsystemen, die unterhalb der Haut wirken, ist die Quantifizierung von Output sowie die Soundqualität (THD, Dämpfung) nicht mit konventionellen Messgeräten wie künstlichen Mastoiden (z.B. Brüel & Kjær) oder Skull Simulatoren (z.B. Interacoustics) möglich. Messungen mit Oberflächenmikrofonen (Stirn/Nase) liefern Ergebnisse erst bei Pegeln oberhalb der Hörschwelle Normalhörender oder zeigen hohe interindividuelle Schwankungen.

Zwar lässt sich durch psychoakustische Messungen (mittels in-situ-Hörschwelle oder durch einen Lautheitsabgleich) der Output schätzen, dieser hängt allerdings von der subjektiven Einschätzung der Testperson ab. Aussagen zu Klangqualität (z.B. wenn komplexere Klänge als Sinustöne abgespielt werden) lassen sich nur subjektiv treffen bzw. nicht quantifizieren und untereinander vergleichen.

Laser-Doppler-Vibrometrie wurde bereits zur objektiven und kontaktlosen/nicht-invasiven Untersuchung des Outputs von Knochenleitungshörsystemen (oftmals an Kadavern) genutzt. Es gibt jedoch keine Untersuchungen zu Hautschwingungen im Bereich der Hörschwelle Normalhörender und keine quantitativen Daten von lebenden Personen. Mit dieser Studie soll ein Referenzdatensatz bei Stimulation mit einem Knochenleitungshörsystem erstellt werden, der für einen objektiven und quantitativen Vergleich herangezogen werden kann.

Methoden: Level-Stepped-Sinus-Einzeltöne (500 Hz – 4 kHz, -10 bis 50 dBHL) und Multisinussignale (250 Hz bis 6 kHz) wurden mittels eines Knochenleitungshörers (Radioear B81) auf dem Mastoid eingekoppelt. Hautschwingungen wurden an verschiedenen Positionen (Mastoid, Concha, Ohrfront, Jochbogen jeweils ±5 mm) mittels eines Laser-Doppler-Vibrometers (Polytec VGO-200) aufgezeichnet und verglichen. Untersucht wurden 16 Personen (Alter 22–29 Jahre, 10 weiblich, 6 männlich, BMI im Normbereich).

Ergebnisse: Die gemessenen Schwingungsamplituden nehmen linear zur Stimulationsintensität zu. Zwischen den Versuchsteilnehmenden sind die Schwingungsamplituden vergleichbar. Im Vergleich zur Messposition am Mastoid war (bei gleichem Stimulationspegel und im Mittel) die gemessene Schwingungsintensität im Bereich der inneren Ohrmuschel 23,2 dB niedriger, im Bereich der Ohrfront um 38,8 dB niedriger und im Bereich des Jochbogens um 32,3 dB niedriger.

Schlussfolgerungen: Bei Stimulationslautstärken im Bereich der Hörschwelle ließen sich zuverlässig Hautschwingungen mit LDV messen und auswerten. Aus den gemessenen Schwingungsamplituden kann die Stimulationsintensität des Knochenleitungshörsystems errechnet werden.