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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Sprachverstehen bei uni- und bilateraler Versorgung mit BHM Contact Forte Knochenleitungssystem

Martin Kompis - Inselspital, Universität Bern, HNO, Bern, Schweiz
Marina Leimbacher - Inselspital, Universität Bern, HNO, Bern, Schweiz
Georgios Mantokoudis - Inselspital, Universität Bern, HNO, Bern, Schweiz
Stefan Weder - Inselspital, Universität Bern, HNO, Bern, Schweiz
Marco Caversaccio - Inselspital, Universität Bern, HNO, Bern, Schweiz
Tom Gawliczek - Inselspital, Universität Bern, HNO, Bern, Schweiz

Text

Hintergrund und Fragestellung: Mit dem Contact Forte System der Firma BHM (Grafenschachen, Österreich) gibt es ein nicht-implantierbaren Knochenleitungsgerät mit verschiedenen Tragemöglichkeiten. Wir untersuchten den audiologischen Nutzen des Systems bei Schallleitungsschwerhörigkeiten.

Methoden: Für die Versuche wurden beide Ohren 15 normalhörender Probanden verschlossen, um eine Schallleitungsschwerhörigkeit zu simulieren. Die durchschnittliche Hörschwelle lag mit dem Verschluss bei 45 dB HL (500 bis 4.000 Hz). Die Messungen wurden anschliessend ohne Hörhilfe und mit dem Contact Forte System unilateral und bilateral mit zwei Trageoptionen (selbstklebender Adapter oder mit Haarreif) durchgeführt. Das Sprachverstehen wurde in Ruhe (Freiburger Wörter) bei 50 und 65 dB und in Störlärm (OLSA im diffusen Störschallfeld) gemessen.

Ergebnisse: Die Versorgung mit dem selbstklebenden Adapter führte zu einer mittleren Verbesserung der Hörschwellen im freien Schallfeld um 16.3 dB bei unilateraler und 19.1 dB bei bilateraler Versorgung. Mit dem Haarreif waren die Schwellen im Schnitt um 1.0 dB besser. Das Wortverstehen in Ruhe verbesserte sich um 58 bis 75% und war etwas besser mit dem Haarreif (3 Prozentpunkte) und mit zwei Geräten (5 Prozentpunkte). Im Störschall wurde das Sprachverstehen bei Präsentation von vorne um durchschnittlich 2.8 dB verbessert. Wurde die Sprache von der Seite kontralateral zum ersten Gerät präsentiert, verschlechterte sich bei unilateralen Versorgung das Sprachverstehen leicht um durchschnittlich -0.8 dB, eine bilaterale Versorgung führte dagegen zu einer Verbesserung um +4.2 dB. Der Unterschied zwischen Haarreif und selbstklebendem Adapter war im Störlärm nicht signifikant.

Schlussfolgerungen: Das Contact Forte System zeigt bei Versuchspersonen mit einer normalen Innenohrfunktion und einer beidseitigen simulierten Schallleitungsschwerhörigkeit sowohl mit dem Haarreif als auch mit dem selbstklebenden Adapter eine wesentliche Verbesserung des Sprachverstehens in Ruhe und in Störlärm. Die Erweiterung auf eine bilaterale Versorgung verbessert das Sprachverstehen in Störlärm, wenn der Nutzschall von der zunächst unversorgten Seite kommt.