Logo

28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Kategoriale Lautheitsskalierung und ihre Relation zu Unbehaglichkeitsschwelle

Jesko L. Verhey - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Abteilung für Experimentelle Audiologie, Magdeburg, Deutschland
Leny Vinceslas - University College London, Department of Computer Science, London, UK
Vit Drga - University College London, Department of Computer Science, London, UK
Ifat Yasin - University College London, Department of Computer Science, London, UK

Text

Al-Salim et al. [1] untersuchte den Zusammenhang zwischen der kategorialen Lautheitsskalierung (KLS) und den Hörschwellen. Sie zeigten, dass die Steigung des unteren Teils der Lautheitswachstumsfunktion größer ist, wenn die Hörschwelle erhöht ist, das heißt die beiden Größen hängen wie erwartet miteinander zusammen. Die vorliegende Studie untersucht, ob es einen vergleichbaren Zusammenhang am oberen Ende der Lautheitsfunktion gibt, das heißt zwischen der durch kategoriale Lautheitsskalierung bestimmten Lautheitswachstumfunktion und der Unbehaglichkeitsschwelle (Engl. uncomfortable loudness level, ULL). Ein solcher Zusammenhang könnte audiologisch zum Beispiel dann interessant werden, wenn beim Patienten der Verdacht auf Hyperacusis besteht. An der Studie nahmen Versuchspersonen mit einem normalen Audiogramm (Schwellen < 20 dB HL) und ohne Tinnitus teil. Eine adaptive KLS Prozedur nach Brand und Hohmann [2] wurde genutzt. Die Kategorien waren die englischen Übersetzungen der in Tabelle A.1 der DIN ISO 16832 gezeigten Beispielskala [3]. Der Stimulus war ein sprachgeformtes Rauschen (Engl. speech shaped noise, SSN). ULLs wurden in beiden Ohren für die Reintöne (0,5, 2 und 4 kHz) mit einem standardisierten audiometrischen Verfahren bestimmt. Des Weiteren wurden ULLs monaural und diotisch für den SSN-Stimulus, der für die KLS Prozedur genutzt wurde, gemessen. Die vorliegende Studie zeigt Daten zum Zusammenhang zwischen den verschiedenen ULL Maßen und Parametern der mit KLS bestimmten Lautheitswachstumsfunktion wie zum Beispiel die Steigung des oberen Teils der Lautheitsfunktion.


References

[1] Al-Salim SC, Kopun JG, Neely ST, Jesteadt W, Stiegemann B, Gorga MP. Reliability of categorical loudness scaling and its relation to threshold. Ear Hear. 2010 Aug;31(4):567-78. DOI: 10.1097/AUD.0b013e3181da4d15
[2] Brand T, Hohmann V. An adaptive procedure for categorical loudness scaling. J Acoust Soc Am. 2002 Oct;112(4):1597-604. DOI: 10.1121/1.1502902
[3] DIN ISO 16832: 2007-07. Akustik – Lautheitsskalierung mit Hilfe von Kategorien. Berlin: Beuth Verlag; 2007.