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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Ballondilatation der Eustachischen Röhre bei der Behandlung der adhäsiven Mittelohrentzündung vor einer Tympanoplastik

Moayad Anbari - KMG Klinikum Güstrow, HNO, Güstrow, Deutschland
Rama Alslamah - KMG Klinikum Güstrow, HNO, Güstrow, Deutschland
Dörte Fischer - KMG Klinikum Güstrow, HNO, Güstrow, Deutschland
Blanda Kamin - Helse Fonna Sykehus Haugesund, HNO, Haugesund, Norwegen
Tino Just - KMG Klinikum Güstrow, HNO, Güstrow, Deutschland

Text

Die drucklose Messung der akustischen Immittanz (PLAI) ist eine neuartige Technologie, die frequenzbereichsbezogene, drucklose Messungen im offenen äußeren Gehörgang ermöglicht. Sie erfasst mehrere Parameter, darunter die Resonanzfrequenz und den Peak der Admittanz.

Ziel: Ziel dieser Studie war es, zu beurteilen, ob die PLAI-Messung bei der Bewertung des Effekts einer Tubendilatation (TD) bei Patienten mit Adhäsivprozess (AP) und einem negativen Valsalva-Test vor einer Tympanoplastik hilfreich ist.

Methoden: Es wurde eine prospektive Studie durchgeführt, um subjektive Daten (ETDQ-7) und objektive Daten, die durch Tympanometrie, PLAI und das objektive Valsalva-Manöver vor und nach der TD gewonnen wurden, zu vergleichen.

Die Studie inkludierte zwei Gruppen: (1) 15 AP-Patienten (25 Ohren) mit einem Durchschnittsalter von 59,1 ± 11,1 Jahren (5 Männer und 10 Frauen) und (2) 57 gesunde Probanden mit einem Durchschnittsalter von 51,5 ± 17,3 Jahren (35 Männer und 22 Frauen). Die gesunden Probanden hatten beidseitig normale Ohren (114 Ohren), normale Trommelfelle und keine Vorgeschichte von Entzündungen oder Erkrankungen des Mittelohrs, kürzlich aufgetretenen Hörstörungen oder Ohrsymptomen.

Ergebnisse: Patienten mit AP wiesen im Vergleich zu gesunden Probanden signifikant höhere PLAI-Werte für die Resonanzfrequenz (RF) und dem Peak der Admittanz auf (p < 0,001). Korrelationsanalysen ergaben einen signifikanten Zusammenhang zwischen den RF-Messungen und den ETDQ-7-Werten bei AP (r25 = 0,61, p = 0,016). Höhere Symptomwerte vor der TD waren mit höheren RF-Werten assoziiert. Die TD führte zu einer signifikanten Abnahme der RF bei AP (p < 0,001). Bei allen 25 Ohren mit AP, negativem Valsalva-Test und intaktem Trommelfell ergaben die PLAI-Messungen nach der TD eine durchschnittliche RF von 457, 2 Hz (von 387,6 bis 511,9 Hz) und einen durchschnittlichen Peak der Admittanz von 1,82*10-2 mmho (im Bereich von 1,10 bis 2,07*10-2 mmho).

Schlussfolgerung: PLAI ergab signifikant erhöhte RF-Werte bei Patienten mit AP und einem negativen Valsalva-Test. Daher kann die Verbesserung der Ventilationsfunktion nach TD mit dieser Methode effektiv überwacht werden. Diese vielversprechenden Ergebnisse in Verbindung mit der sicheren und schnellen Anwendbarkeit qualifizieren diese Technologie als zusätzliches Diagnosewerkzeug zur Messung der Tubenfunktion beim AP.


References

[1] Anbari M, Zhumabaeva S, Beishenova M, Fischer D, Sulaimanov S, Just T. Comparison of conventional single-frequency tympanometry with pressure-less acoustic immittance measurements of pathological and normal middle ears. On J Otolaryngol & Rhinol. 2024;7(2):1-11.
[2] Anbari M, Zhumabaeva S, Beishenova M, Fischer D, Sulaimanov S, Just T. Pressure-less acoustic immittance measurements of patients with persistent ventilation disorders. On J Otolaryngol & Rhinol. 2025;7(3):1-11.