28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
CI-Anpassung mittels direkten Audio-Input: Erfahrung und klinische Anwendbarkeit
Text
Die Messung des Sprachverstehens und der Hörschwellen mit dem Cochlea-Implantat (CI) ist ein integraler Bestandteil der klinischen Routine und wird u.a. auch im CI-Weißbuch gefordert. Im Rahmen der darauffolgenden Technischen Anpassung fungiert sie als Fundament für weitere technische Optimierungen.
Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der Anwendung eines CE-zertifizierten Audiometers zur Messung der Hörschwelle bei CI-Patienten mit dem Ziel, die Validität der direkten Audiometrie über den Audioprozessor hinsichtlich ihrer Eignung zur Optimierung der Anpassung zu evaluieren.
Methodik: Die Untersuchung wurde mit über 30 CI-Trägern durchgeführt, die eine Vielzahl unterschiedlicher Versorgungsformen aufwiesen, darunter bimodale, SSD- und bilaterale Versorgungsformen mit CI und ABI. Im Rahmen der Studie wurden bei den Teilnehmern herkömmliche audiometrische Messungen durchgeführt und eine Sprachprozessoroptimierung vorgenommen. Zusätzlich erfolgten Messungen mit einem CE-zertifizierten Audiometer und kalibriertem Line-Output. Es wurden Hörschwellen im Frequenzbereich von 250 bis 8000 Hz sowie das Sprachverständnis in Ruhe zwischen den verschiedenen technischen Optimierungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen gemessen.
Ergebnisse: Die vorliegenden vorläufigen Daten legen den Schluss nahe, dass eine Optimierung des Sprachprozessors, die auf direkten Messungen der Hörschwelle basiert, zu einer präziseren Einstellung führt und sich positiv auf das Sprachverstehen auswirkt. Die Auswertung der Daten ergab, dass die direkte Methode von allen Teilnehmenden bevorzugt wurde. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode ist, dass Maskierungsrauschen auf der kontralateralen Seite wegfällt.
Schlussfolgerung: Die Messung der Hörschwelle über Direkt-input erweist sich als eine zeitökonomische und valide Methodik, deren Implementierung in die klinische Routine mit geringem Aufwand verbunden ist. Über diese Methodik werden präzisere Informationen über zu verändernde Parameter in der Sprachprozessoroptimierung geliefert, wodurch das Sprachverstehen verbessert werden kann.



