Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Zentral seröse Chorioretinopathie: Datenanalyse zur fokalen Laserung und photodynamischen Therapie
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Hintergrund: Die fokale Lasertherapie mit Navigationssystem (Navilas) etabliert sich zunehmend als augenschonende Behandlungsstrategie bei chronischer zentraler seröser Chorioretinopathie (cCSC). Ziel dieser retrospektiven Analyse war es, die funktionellen (bestkorrigierter Visus in logMAR) und morphologischen Therapieergebnisse (zentrale Makuladicke [CMT] sowie strukturelle OCT-Veränderungen) der Navilas-Therapie im Vergleich zur PDT zu evaluieren.
Methoden: Eingeschlossen wurden Patient:innen, die zwischen 2020 und 2024 an der Charité – Universitätsmedizin Berlin entweder eine Navilas- oder eine PDT-Behandlung erhielten. Erfasst wurden Alter, Geschlecht, behandelte Seite, bestkorrigierter Visus (BCVA), CMT sowie OCT-Pathologien (z. B. subretinale Flüssigkeit, Pigmentepithelabhebungen) zu drei Zeitpunkten: Ausgangsbefund, erste und letzte Nachkontrolle. Die durchschnittliche Nachbeobachtungsdauer betrug in der Navilas-Gruppe 12,4 Wochen (erste Kontrolle) bzw. 52,7 Wochen (letzte Kontrolle), in der PDT-Gruppe im Mittel 106,6 Wochen. Zusätzlich wurde dokumentiert, ob eine erneute Behandlung erforderlich war. Insgesamt wurden 54 Patient:innen in der Navilas- und 14 in der PDT-Gruppe eingeschlossen. In der Navilas-Gruppe befanden sich 32 Männer und 19 Frauen, in der PDT-Gruppe 10 Männer und 4 Frauen. Das mittlere Alter lag bei 53,9 Jahren (Navilas) und 49,4 Jahren (PDT). Vortherapien waren bei 65% der PDT-Patient:innen und bei 54% der Navilas-Gruppe verzeichnet.
Ergebnisse: In der Navilas-Gruppe zeigte sich eine signifikante Verbesserung des Visus von 0,40±0,24 auf 0,31±0,26 logMAR (p=0,0064) sowie eine deutliche Reduktion der CMT von 398±109 µm auf 285±60 µm (p<0,001). Strukturelle OCT-Veränderungen, insbesondere subretinale Flüssigkeit, gingen in der Mehrheit der Fälle vollständig oder weitgehend zurück. Eine erneute Behandlung war in 22,2% der Fälle erforderlich, wobei sich auch hierbei funktionelle und morphologische Verbesserungen einstellten. In der PDT-Gruppe ergab sich eine Visusverbesserung von 0,62±0,38 auf 0,39±0,33 logMAR (p=0,0591) sowie eine durchschnittliche CMT-Reduktion um 63,7±117,2 µm. Subgruppenanalysen zeigten, dass insbesondere Patient:innen mit gutem Ausgangsvisus von der PDT profitierten. In der Regel war eine Stabilisierung oder Rückbildung subretinaler Flüssigkeit erkennbar, wenngleich der Effekt bei mehrfach vorbehandelten Patient:innen mit schlechter Ausgangssehschärfe deutlich schwächer ausfiel. Insgesamt waren die Ergebnisse bei Patient:innen mit gutem Ausgangsvisus am günstigsten, während mehrfach behandelte Fälle mit bereits reduziertem Visus weniger profitierten. Aufgrund der geringen Fallzahl sind diese Resultate vorsichtig zu interpretieren.
Schlussfolgerung: Sowohl die fokale Lasertherapie mit Navilas als auch die PDT erwiesen sich als wirksame Behandlungsoptionen bei cCSC. Navilas führte zu einer signifikant stärkeren Reduktion der zentralen Makuladicke und einer deutlicheren Rückbildung struktureller OCT-Befunde. Bezüglich der funktionellen Ergebnisse zeigten sich vergleichbare Resultate. Die PDT war insbesondere bei Patient:innen mit gutem Ausgangsvisus effektiv, während stark vorbehandelte Patient:innen mit eingeschränkter Sehschärfe geringere Effekte zeigten. Zur differenzierten Beurteilung beider Verfahren sind Studien mit größeren Patientenkollektiven notwendig.



