8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
Die Wirkung von Künstlerischen Therapien auf die Gesundheit von Patienten: Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien
Text
Hintergrund: Künstlerische Therapien haben im therapeutischen Portfolio eine lange Tradition. In den letzten Jahren entstand eine Vielzahl von Publikationen zur Evidenz der Wirksamkeit von künstlerischen Therapien. Ziel des systematischen Reviews war, einen umfassenden Überblick über die Effekte dieser Therapieform in verschiedenen Indikationsbereichen zu schaffen.
Methoden: Die systematische Übersichtsarbeit wurde unter der PROSPERO-ID CRD42021233272 vorregistriert. Einschlusskriterien waren a) die Anwendung aktiver visueller Kunsttherapie (AVK) mit therapeutischer Zielsetzung, b) Studien mit randomisiertem kontrolliertem Design, sowie c) Kontrollgruppen, die andere Interventionen als AVK einsetzten. Die systematische Literatursuche erfolgte in zehn Datenbanken, darunter die Cochrane Library, Embase und MEDLINE. Die Studienqualität wurde mithilfe des Cochrane Risk of Bias-Tools bewertet. Ergebnisdarstellungen erfolgten mit Forest-Plots für die gepoolten Daten, sowie für verschiedene Subgruppen.
Ergebnisse: Identifiziert wurden 75 Publikationen aus 69 Studien mit insgesamt ca. 4.200 Teilnehmenden, die Daten aus 50 Studien konnten in der Meta-Analyse analysiert werden. In der Mehrzahl der Studien wurden künstlerische Therapien zur Behandlung von Patienten mit psychischen Störungen eingesetzt, am häufigsten bei Angstzuständen, Depressionen, zur Steigerung der Lebensqualität, des Selbstwertgefühls und der sozialen Anpassung. Insgesamt hatte die Kunsttherapie tendenziell positive Effekte, aber die allgemeine Qualität der Studien war gering.
Schlussfolgerung: Das systematische Review konnte Hinweise auf einen therapeutischen Nutzen von künstlerischen Therapien zeigen. Es sind jedoch weitere qualitativ hochwertige Studien erforderlich, um Standards und Best-Practice-Modelle für die Kunsttherapie festzulegen und ausreichend robuste Evidenz für die potenzielle Wirksamkeit zu generieren.



