8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
Musiktherapie als signifikant wirksamer und effektiver Bestandteil in der medizinisch-therapeutischen Versorgung
2Universität Duisburg-Essen, Deutschland
3Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Fachbereich für Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaften, Alfter, Deutschland
Text
Eine schwere oder langandauernde Erkrankung und die damit verbundenen Klinikaufenthalte stellen den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien vor Veränderungen und Herausforderungen. Aufgrund verminderter sozialer und körperlicher Aktivitäten während ihres Klinikaufenthaltes reagieren die PatientInnen zumeist mit emotionalen Reaktionen. In den letzten Jahrzehnten wurden nichtpharmakologische Ansätze wie die Musiktherapie zunehmend im klinischen Kontext etabliert.
Die Musiktherapie gilt als evidenzbasierte, effektive Methode mit wachsendem interdisziplinärem Interesse. Zahlreiche Studien verdeutlichen, dass eine musiktherapeutische Betreuung der PatientInnen durch qualifizierte MusiktherapeutInnen eine Bereicherung der medizinischen Grundversorgung darstellt und den Heilungsprozess positiv beeinflussen kann. Studien mit hospitalisierten Frühgeborenen, Kindern und Jugendlichen zeigten, dass die Musiktherapie zum Stressabbau beiträgt, sich stabilisierend auf die Vitalparameter Herzfrequenz, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung sowie den Blutdruck wirkt und von den Eltern als positives, unterstützendes Angebot, was das Wohlbefinden ihres Kindes während ihres Krankenhausaufenthaltes positiv beeinflusst, wahrgenommen wird. Es wurde festgestellt, dass improvisierte musikalische Aktivitäten mit therapeutischen Zielen Motivation, Kommunikationsfähigkeiten und soziale Interaktion fördern sowie die Aufmerksamkeit aufrechterhalten und entwickeln.
Die musiktherapeutische Betreuung während eines Klinikaufenthaltes ist eine wichtige Präventionsmaßnahme für die Stabilität und Entwicklung von PatientInnen und deren Familie und kann als sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Versorgung den Heilungsprozess unterstützen, Belastungsfaktoren mindern und die Lebensqualität und psychosoziale Situation der betroffenen Familien positiv beeinflussen.



