8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
Veränderung der Paardynamik durch Tanz- und Kunsttherapie
Text
Wie verändert sich die Paardynamik durch tanz- und kunsttherapeutische Interventionen anhand der Egoismus- und Vetoregel des Hamburger Modells? Diese Forschungsarbeit untersucht, wie sich Paardynamiken durch tanz- und kunsttherapeutische Interventionen verändern. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass nonverbale Methoden wie Tanz- und Kunsttherapie Paaren einen alternativen Zugang zu Kommunikation und Beziehungsgestaltung ermöglichen und so helfen können, gefestigte Muster aufzulösen. Die Interventionen kombinierten Elemente aus Kunst- und Tanztherapie und nutzten dabei die Egoismus- und Veto-Regeln des Hamburger Modells als strukturelle Basis. Dieses Manual aus der Sexualtherapie wurde genutzt, um die Bedeutung von Sexualität in romantischen Beziehungen einzubeziehen. Acht Paare zwischen 28 und 51 Jahren nahmen über einen Zeitraum von drei Monaten an fünf bis sieben Sitzungen teil. Die Datenerhebung erfolgte mittels validierter Fragebögen (QMI-D, modifizierte GARF-Skala), ergänzt durch Beobachtungsprotokolle und persönliche Eindrücke der Therapeut:innen. Erste Beobachtungen zeigen, dass kreative Interventionen Paaren helfen, Beziehungsdynamiken sichtbar zu machen und neue Kommunikationswege zu erproben. Im Vorher-Nachher-Vergleich des GARF-Fragebogens zeigten sich bei allen Paaren bedeutsame Veränderungen. Besonders die Bereiche Problemlösung und Konfliktbewältigung, emotionales Klima und Zusammenhalt sowie Sexualität und Intimität entwickelten sich deutlich positiv. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass kunst- und tanztherapeutische Verfahren eine wertvolle Ergänzung in der Paartherapie sein können, indem sie nonverbale Zugänge eröffnen, gegenseitiges Verständnis fördern und nachhaltige Veränderungen in der Paardynamik anstoßen.



