52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Einfluss von SGLT2-Inhibitoren auf infektiöse und Blutungskomplikationen nach endourologischer Prostataoperation
Text
Einleitung: Ziel dieser Studie war es, die perioperative Sicherheit einer Therapie mit Natrium-Glukose-Kotransporter-2-(SGLT2-) Inhibitoren bei Patienten zu untersuchen, die sich aufgrund einer benignen Prostatahyperplasie einer transurethralen Resektion der Prostata (TUR-P) oder einer Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) unterzogen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf infektiösen sowie blutungsassoziierten Komplikationen.
Methodik: In dieser retrospektiven Kohortenstudie wurden 258 Patienten eingeschlossen, die zwischen Januar 2024 und März 2025 eine TUR-P oder HoLEP erhielten. Patienten ohne Diabetes mellitus dienten als Kontrollgruppe (Gruppe 1, n=150). Patienten mit Diabetes mellitus wurden in Gruppe 2 (ohne SGLT2-Inhibitoren, n=50) und Gruppe 3 (mit SGLT2-Inhibitoren, n=50) stratifiziert. Zu den Endpunkten zählten postoperative Harnwegsinfektionen, blutungsassoziierte Komplikationen sowie erneute stationäre oder ambulante Vorstellungen innerhalb von 30 Tagen nach Entlassung. Multivariate logistische Regressionsanalysen wurden hinsichtlich Alter, Body-Mass-Index, altersadjustiertem Charlson-Komorbiditätsindex sowie Dauer der postoperativen transurethralen Katheterisierung adjustiert.
Ergebnisse: Patienten in Gruppe 3 wiesen einen signifikant längeren Krankenhausaufenthalt (p=0,003) sowie eine längere postoperative Katheterliegedauer auf (p=0,009). Insgesamt traten Komplikationen sowie Blasentamponaden in Gruppe 3 häufiger auf (p=0,003 bzw. p<0,01), jedoch bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Notwendigkeit einer operativen Revision. Die Raten postoperativer Harnwegsinfektionen unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Blasentamponaden traten im nachstationären Verlauf in Gruppe 3 häufiger auf (p=0,03). In der multivariaten Analyse waren eine SGLT2-Inhibitor-Therapie sowie die Katheterliegedauer unabhängige Prädiktoren für blutungsassoziierte Komplikationen.
Schlussfolgerung: Eine perioperative Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren war nach TUR-P oder HoLEP nicht mit einer erhöhten Inzidenz infektiöser Komplikationen verbunden, ging jedoch mit einer höheren Rate blutungsassoziierter Ereignisse einher. Dies spricht für ein individualisiertes perioperatives Management dieser Medikation.



