52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Die mpMRT der Prostata bei 1.515 Patienten mit Prostatakarzinom: Ergebnisse aus dem ProNAT-Register von d-uo
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Einleitung: Seit Mai 2018 dokumentieren Mitglieder von d-uo urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven VERSUS-Studie, die weitestgehend auf der Krebsregistermeldung basiert. Vor dem Hintergrund der Limitationen der Krebsregistermeldung wurde im Jahr 2022 von d-uo das Nationale Register Prostatakarzinom (ProNAT) initiiert. In der vorliegenden Arbeit wurden Patienten mit einem Prostatakarzinom und stattgehabter multiparametrischer Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata untersucht.
Methodik: Es handelt sich bei ProNAT um ein nicht-interventionelles, prospektives multizentrisches Register, in dem die Daten aus der Erstmeldung des d-uo Tumordokumentationssystems um spezifische Verlaufsdaten ergänzt werden. Für den entstehenden Aufwand zur erweiterten Dokumentation von Therapie und Nachsorge erhalten die Teilnehmer, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und dem daraus resultierenden Dokumentationsaufwand, eine relevante Aufwandsentschädigung – bis zu 275 € pro Patient und Jahr.
Ergebnisse: Mit Stand Dezember 2025 waren 3.583 Patienten mit einem Prostatakarzinom in ProNAT eingeschlossen. Bei 3.038 Patienten (84,8%) war eine Information über die (Nicht)Durchführung einer mpMRT der Prostata verfügbar. Eine mpMRT vor bioptischer Sicherung des Prostatakarzinoms hatten 1.515/3.038 Patienten (49,9%) erhalten. Die Verteilung der PI-RADS-Befunde war: K.A.: 1,5%, PI-RADS 1-2: 3,8%, PI-RADS 3: 10,9%, PI-RADS 4: 49,9%, PI-RADS 5: 33,9%. Für die Befunde PI.-RADS 3, 4 bzw. 5 lagen die mediane PSA-Werte (ng/ml) und Spannweiten (ng/ml) bei 5,97 (0–855), 5,17 (0–214) bzw. 5,90 (0–238).
Schlussfolgerung: In unserer aktuellen Analyse des ProNAT-Registers hatten 50% der Patienten mit einem Prostatakarzinom auch eine mpMRT der Prostata erhalten. Weiterhin ist keine EBM-Ziffer zur Abrechnung der mpMRT der Prostata bei gesetzlich versicherten Patienten verfügbar.



