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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Die Früherkennung des Prostatakarzinoms: Ergebnisse aus der VERSUS-Studie von d-uo

Christian Doehn - Urologikum Lübeck, Lübeck, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Frank König - ATURO, Berlin, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Manfred Johannsen - Urologische Facharztpraxis Johannsen & Laux, Berlin, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Rolf Eichenauer - Urologikum Hamburg MVZ, Hamburg, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Robert Schönfelder - Urologie Schönfelder & Strasser, Hamburg, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Michel L. Doehn - PMU, Nürnberg, Deutschland
Jörg Schröder - ATURO, Berlin, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Elke Hempel - SMGF, Berlin, Deutschland
Jörg Klier - UPK, Köln, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland

Text

Einleitung: Seit 2018 dokumentieren Mitglieder von Deutsche Uro-Onkologen (d-uo) urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven VERSUS-Studie. Die im Jahr 2015 in Deutschland eingeführte Krebsregistermeldung sieht in einem Zusatzitem auch eine Dokumentation des Diagnoseanlasses vor. Wir stellten uns die Frage, ob es Unterschiede zwischen Patienten mit einem früherkannten und nicht-früherkannten Prostatakarzinom im Hinblick auf klinische Parameter wie Alter, PSA, Tumorstadien und ISUP-Gradgruppen bei Diagnose gibt.

Methodik: Es handelt sich bei der VERSUS-Studie um eine nicht-interventionelle, prospektive, multizentrische Registerstudie zur Dokumentation und deskriptiven statistischen Auswertung von Diagnostik, Behandlungsverlauf und Nachsorge uro-onkologischer Patienten. In die VERSUS-Studie werden von 200 Mitgliederpraxen von d-uo alle Patienten mit einer urologischen Tumorerkrankung eingeschlossen. So wurden zwischen Mai 2018 und August 2025 insgesamt 31.419 Patienten mit der Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung dokumentiert.

Ergebnisse: Bei 20.253 Patienten (64,5%) lag ein Prostatakarzinom vor. Das mediane Alter dieser Patienten betrug 70,3 Jahre (Spannweite 19,8–105,6 Jahre). Der mittlere PSA-Wert betrug bei Diagnose 9 ng/ml (Spannweite 0-28.485 ng/ml). Bei 55% der Patienten mit einem Prostatakarzinom (medianes Alter 69,7 Jahre, medianer PSA-Wert 8,2 ng/ml, 16,7% mit einem PSA-Wert >20 ng/ml) wurde das Prostatakarzinom im Rahmen einer Früherkennungsmaßnahme („Diagnoseanlass Früherkennung“) detektiert und bei 45% aller Patienten (medianes Alter 70,9 Jahre, medianer PSA-Wert 11,0 ng/ml, 28,0% mit einem PSA-Wert >20 ng/ml) auf einem anderen Weg. Patienten mit einem durch Früherkennung detektierten Prostatakarzinom hatten im Vergleich zur anderen Gruppe häufiger ein Tumorstadium UICC I (68,3% vs. 58,3%) sowie seltener ein Tumorstadium UICC IV (7,8% vs. 16,4%) und auch seltener einen Tumor der ISUP-Gradgruppen IV und V (18,1% vs. 24,2%).

Schlussfolgerung: Patienten mit einem durch Früherkennung diagnostizierten Prostatakarzinom sind im Median etwas jünger, haben niedrigere PSA-Werte und weisen günstigere Tumorstadien sowie ISUP-Gradgruppen auf als Patienten mit einem andere Diagnoseanlass. Die Daten aus dem aktuellen Versorgungsalltag unterstützen die Früherkennung des Prostatakarzinoms.