52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Einzeitige stereotaktische Radiotherapie paraaortaler und interaortokavaler Lymphknotenmetastasen beim Prostatakarzinom: Klinische Ergebnisse und Sicherheit
Text
Einleitung: Isolierte metachrone paraaortale und interaortokavale Lymphknotenmetastasen beim metastasierten Prostatakarzinom stellen eine zunehmende Indikation für eine gezielte Therapie dar. Ziel dieser Analyse ist die Bewertung von Wirksamkeit und Verträglichkeit einer einzeitigen stereotaktischen Radiotherapie (SRT) bei vorbehandelten Patienten.
Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Auswertung von Patienten mit paraaortalen oder interaortokavalen Metastasen, die eine einzeitige SRT im Lumbal-/Retroperitonealbereich erhielten. Die applizierte Dosis betrug 20–22 Gy in einer Fraktion (65–70%-Isodose) unter Verwendung der CyberKnife-Technik mit bildgestütztem Tracking. Primäre Endpunkte waren lokale Kontrolle und Toxizität, sekundäre Endpunkte der PSA-Verlauf und das Progressionsmuster.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 33 Patienten mit 59 Lymphknotenmetastasen eingeschlossen (medianes Alter 70,1 Jahre; nach definitiver Therapie eines Prostatakarzinoms). Die mediane Dosis betrug 22 Gy (1 Fraktion), das mediane PTV (planning target volume) 2,32 cm3, die mediane Nachbeobachtungszeit 24,6 Monate. Die lokale Kontrollrate lag bei 100%. Bei 22 Patienten trat innerhalb der Follow-up Zeit eine Metastasierung alio loco auf. Die mediane Zeit bis zum Progress betrug 9 Monate. Akute oder späte Nebenwirkungen ≥ Grad 3 wurden nicht beobachtet; berichtete Symptome beschränkten sich auf eine leichte Fatigue.
Schlussfolgerung: Die einzeitige stereotaktische Radiotherapie paraaortaler und interaortokavaler Lymphknotenmetastasen beim oligometastasierten Prostatakarzinom ist sicher, technisch gut durchführbar und erzielt hohe lokale Kontrollraten. Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz als zielgerichtete Option im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes beim oligometastasierten Prostatakarzinom.



