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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Serum-IL-6 als Biomarker für lokales Tumorstadium und Lymphknotenbefall beim Urothelkarzinom

Marie Semmler - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Benedikt Ebner - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Judith Hirsch - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Annkathrin Holz - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Yannic Volz - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Lennert Eismann - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Julian Hermans - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Nikolaos Pyrgidis - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Marc Kidess - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Sarah Takayama Fouladgar - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Iason Papadopoulos - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Michael Chaloupka - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Maria Apfelbeck - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Julian Marcon - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Philipp Weinhold - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Alice Ewert - LMU Klinikum, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Philipp Kazmierczak - LMU Klinikum, Klinik und Poliklinik für Radiologie, München, Deutschland
Christian G. Stief - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
Gerald B. Schulz - LMU Klinikum, Urologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland

Text

Einleitung: Ein erheblicher Anteil der Patienten ist vor Durchführung einer radikalen Zystektomie klinisch hinsichtlich des Tumorstadiums des vorliegenden Urothelkarzinoms (UC) unterdiagnostiziert. Interleukin-6 (IL-6) wurde als potenzieller Blutmarker für ungünstige pathologische Merkmale diskutiert. Das Ziel dieser prospektiven Real-World-Analyse war es, den Zusammenhang zwischen präoperativem IL-6-Spiegel und lokalem Tumorstadium sowie Lymphknotenmetastasen bei UC zu untersuchen und die Spezifität anhand einer Kontrollgruppe mit anderen onkologischen und nicht-onkologischen Indikationen zur Durchführung einer Zystektomie zu bewerten.

Methodik: In die monozentrische Studie wurden zwischen Dezember 2021 und November 2024 prospektiv Patienten eingeschlossen. Präoperative IL-6-Serumspiegel wurden analysiert. Receiver Operating Characteristics (ROC)-Analyse und Spearman-Korrelation wurden u.a. zur statistischen Prüfung eingesetzt.

Ergebnisse: Präoperative IL-6-Spiegel von 169 Patienten (medianes Alter 72 Jahre, 82% Männer) vor Zystektomie wurden analysiert. Bei Patienten mit UC zeigte sich eine Korrelation zwischen IL-6 und lokalem Tumorstadium (r=0,30; p=0,001). IL-6 war höher bei nicht organbegrenztem Tumorwachstum (7,5 pg/mlvs.4,2 pg/ml; p=0,002) und bei Lymphknotenmetastasen (7,5 pg/ml vs. 4,0 pg/ml; p=0,001). In der ROC-Analyse zeigte der Serum-IL-6 Spiegel eine moderate Trennschärfe für das Vorliegen von organüberschreitendem Tumorwachstum (AUC 0,678; 95%-KI 0,58-0,77) und das Vorliegen von Lymphknotenmetastasen (0,681; 95%-KI 0,58-0,79). Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied im präoperativen Serum-IL-6-Level bei Patienten mit UC, bei Patienten mit anderen onkologischen und bei nicht-onkologischen Indikationen zur Zystektomie. Neoadjuvante Chemotherapie war nicht mit verändertem IL-6-Spiegel assoziiert (3,45 pg/ml vs. 4,7 pg/ml; p=0,942). Alter, BMI, Raucherstatus und Diabetes zeigten keine signifikante Assoziation mit dem präoperativen IL-6-Spiegel.

Schlussfolgerung: Erhöhte präoperative IL-6-Spiegel sind bei UC-Patienten mit höherem Tumorstadium und Lymphknotenmetastasen assoziiert, müssen jedoch aufgrund der begrenzten Spezifität im klinischen Kontext interpretiert werden.