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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Präoperative Identifikation von geriatrischen Hochrisikopatienten für eine dauerhafte postoperative funktionelle Verschlechterung mithilfe von Biomarkern

Christian Fiebig - Uniklinikum Erlangen, Urologische und Kinderurologische Klinik, Erlangen, Deutschland
Helge Taubert - Uniklinikum Erlangen, Urologische und Kinderurologische Klinik, Erlangen, Deutschland
Sven Wach - Uniklinikum Erlangen, Urologische und Kinderurologische Klinik, Erlangen, Deutschland
Chiara Massa - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Translationale Immunologie, Brandenburg an der Havel, Deutschland; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pathologie, Halle, Deutschland
Barbara Seliger - Medizinische Hochschule Brandenburg, Institut für Translationale Immunologie, Brandenburg an der Havel, Deutschland; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pathologie, Halle, Deutschland
Bernd Wullich - Uniklinikum Erlangen, Urologische und Kinderurologische Klinik, Erlangen, Deutschland

Text

Einleitung: Geriatrische Patienten sind aufgrund abnehmender Resilienz und zunehmender Gebrechlichkeit einem hohen Risiko für eine dauerhafte postoperative funktionelle Einschränkung ausgesetzt. Ziel der vorliegenden prospektiven Studie war die Identifikation potenzieller Biomarker, die zur präoperativen Erfassung geriatrischer Hochrisikopatienten vor großen Tumoroperationen geeignet sind.

Methodik: Insgesamt wurden 26 Patienten (Zystektomie n=14, Nierentumoroperation n=12) im Alter von ≥ 65 Jahren in die prospektive Studie eingeschlossen. Präoperativ sowie nach drei und sechs Monaten postoperativ wurde der Barthel-Index als Maß zur Beurteilung der Aktivitäten des täglichen Lebens („Activities of Daily Living“, ADL) erhoben. Die präoperativ bestimmten Biomarker umfassten Serumproteine (IL-6, CRP, Cystatin C, NT-proBNP), altersassoziierte RNAs in peripheren mononukleären Blutzellen (PBMCs), Serum miRNAs sowie klinische Routineparameter (Ca2+, Na+, K+, Mg2+, Eisen, Zink, Vitamin B12, Kreatinin).

Ergebnisse: Drei Monate postoperativ zeigte sich bei 7 von 26 Patienten eine funktionelle Verschlechterung. Diese Patienten wiesen präoperativ signifikant niedrigere Serumspiegel von Kalzium (W=93.5; p=0,033) und Zink (W=96; p=0,022) auf. Sechs Monate postoperativ zeigt sich bei 8 von 26 Patienten eine funktionelle Verschlechterung. Auch in dieser Gruppe fanden sich präoperativ niedrigere Serumspiegel von Kalzium (W=99.5; p=0,032), Zink (W=101; p=0,025) sowie erhöhte IL-6 Konzentrationen (W=28; p=0,027). Für altersassoziierte RNAs in PBMCs sowie Serum miRNAs konnten keine signifikanten präoperativen Unterschiede nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung: In der untersuchten Kohorte zeigten präoperativ erhobene Routinemarker (Kalzium, Zink, IL-6) eine Assoziation mit einer reduzierten Resilienz der Patienten. Ein Biomarkerprofil könnte eine ergänzende Möglichkeit zur Identifikation nicht-resilienter Patienten darstellen und geriatrische Assessments erweitern.