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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Operative Details zur Korrektur einer Penisdeviation infolge Induratio penis plastica durch Penisschaftstreckung und Deckung des resultierenden Tunica albuginea Defektes mit Kollagenvlies

Kira Schnippe - Goldstadt Privatklinik, Urologie, Pforzheim, Deutschland
A. Benchi - Goldstadt Privatklinik, Urologie, Pforzheim, Deutschland
E. Charaf - Goldstadt Privatklinik, Urologie, Pforzheim, Deutschland
S. Lahme - Goldstadt Privatklinik, Urologie, Pforzheim, Deutschland

Text

Einleitung: Bei ausgeprägter nach dorsal gerichteter Penisdeviation infolge Induratio penis plastica (IPP) empfiehlt sich die Korrektur der Penisdeviation durch Streckung des Penisschaftes. Dadurch kann eine unnötige Verkürzung des Penisschaftes weitgehend verhindert werden. Die Herausforderung der Operation besteht in der Lösung des neurovaskulären Bündels. Die handwerklichen Details werden in der wissenschaftlichen Literatur kaum beschrieben. Diese Details sind Gegenstand des präsentierten Videos.

Methode: Die operative Korrektur einer ausgeprägten Penisdeviation bei IPP beginnt mit einer zirkulären subkoronaren Inzision der Penisschafthaut. Es folgt die Lösung der Penisschafthaut. Nach artifizieller Erektion erfolgt eine paraurethrale Inzision der Buck’schen Faszie. Die Buck’sche Faszie wird beidseits von der Tunika albuginea gelöst, das neurovaskuläre Bündel wird unterfahren und anschließend über eine Länge von ca. 9 cm gelöst. Im Scheitelpunkt der Peniskurvatur erfolgt eine schmale spindelförmige Exzision der Tunika albuginea. Dadurch resultiert eine Streckung des Penisschaftes. Der entstehende Defekt wird durch Kollagenvlies (TachoSil®) gedeckt. Es folgt die paraurethrale Refixierung der Buck’schen Faszie und die Adaptation der Penisschafthaut.

Ergebnisse: Die dargestellte Technik zur Streckung des Penisschaftes führt bei ausgeprägter Penisdeviation zu einer vollständigen Begradigung. Im Gegensatz zu den Plikaturverfahren kann eine unnötige zusätzliche Verkürzung des Penis verhindert werden. Die Lösung des neurovaskulären Bündels ist für ein tadelloses Resultat des Eingriffs obligat.

Schlussfolgerung: Ausgeprägte nach dorsal gerichtete Penisdeviationen sollten vorzugsweise durch eine Streckung des Penisschaftes korrigiert werden. Nach Lösung des neurovaskulären Bündels erfolgt durch Inzision der Tunika albuginea im Scheitelpunkt der Kurvatur die Streckung des Penisschaftes. Der resultierende Defekt wird mit Kollagenvlies gedeckt. Eine Herausforderung ist die Lösung des neurovaskulären Bündels, die manuelles Geschick und Erfahrung erfordert.