66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Lichen sclerosus bei Mädchen – eine urologische Blickdiagnose mit Langzeitrelevanz
Text
Einleitung: Der Lichen sklerosus (LS) ist eine häufige, chronische entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die am ganzen Körper auftreten kann, besonders aber die Anogenitalregion beider Geschlechter betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch Pruritus und eine, in Abhängigkeit vom Erkrankungsstadium, außerordentlich variable Veränderung des Hautbildes. Die Erkrankung kann in allen Altersgruppen auftreten, wird aber gerade in den frühen Krankheitsstadien oft nicht diagnostiziert. Unbehandelt kann der LS bei Mädchen zu irreversiblen sklerotischen und atrophen Hautveränderungen und Schrumpfungen bis hin zur völligen Zerstörung der Vulvaarchitektur führen. Unbehandelt birgt der LS zudem das Risiko der Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms.
Methode: Neben einer kurzen Darstellung von Ätiologie und Pathophysiologie werden anhand klinischer Beispiele in dieser Übersicht das diagnostische Vorgehen in der urologischen Praxis und die aktuellen Therapieoptionen unter Berücksichtigung der jüngst veröffentlichten S3-Leitlinie vorgestellt.
Ergebnisse: Bei Befall der Anogenitalregion treten bei Mädchen schon im frühen Stadium häufig rezidivierende Harnwegsinfektionen auf, die gerade in der Frühphase meist nicht in Verbindung mit dem Vorliegen eines LS gebracht werden. Unbehandelt kann der LS bei Mädchen zu irreversiblen sklerotischen und atrophen Hautveränderungen und Schrumpfungen bis hin zur völligen Zerstörung der Vulvaarchitektur führen. Unbehandelt birgt der LS zudem das Risiko der Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms.
Schlussfolgerung: Die Dunkelziffer des LS bei Mädchen und Frauen ist groß.
Die interdisziplinäre Langzeitbetreuung ist von essenzieller Bedeutung für die Prognose dieser chronisch entzündlichen Erkrankung.



