66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
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Robotisch assistierte Resektion komplexer Utrikuluszysten im Kindesalter: zwei Fallberichte
Text
Einleitung: Utrikuluszysten sind seltene angeborene Fehlbildungen mit variabler Anatomie und einem erheblichen Risiko für Infektionen sowie funktionelle Komplikationen. Aufgrund der retrovesikalen Lage und der Nähe zu kritischen anatomischen Strukturen ist die chirurgische Therapie – insbesondere im Kindesalter – anspruchsvoll. Wir stellen zwei pädiatrische Fälle vor, die sowohl die diagnostischen Herausforderungen als auch die Durchführbarkeit einer robotisch assistierten Resektion der Utrikuluszysten veranschaulichen.
Methode: Fall 1: 16 Monate alter Junge. Postnatal wurde nach aufwendiger, multimodaler Bildgebung die Diagnose einer großen Utrikuluszyste mit ektop mündendem, refluxivem Ureter einer funktionlosen linken Niere gestellt. Zur temporären Harnableitung wurde im Neugeborenenalter eine doppelläufige Ureterocutaneostomie links angelegt.
Fall 2: 3-jähriger Junge mit Simpson–Golabi–Behmel-Syndrom. Im Neugeborenenalter fiel der Junge durch eine bilaterale Harntransportstörung und Darmpassagestörung bei riesiger Utrikuluszyste auf. Es erfolgte die Anlage einer Utrikulocutaneostomie.
In beiden Fällen war die Diagnosestellung herausfordernd und erforderte eine multimodale Bildgebung mittels Sonografie, MRT, MCU und Nierenszintigrafie sowie Zystoskopie.
Die weitere Entwicklung beider Kinder verlief regelrecht, sodass die definitive Resektion der Utrikuluszysten geplant werden konnte. Es erfolgte eine robotisch assistierte Resektion der Utrikuluszyten (Intuitive Surgical, daVinci X) über einen transperitonealen Zugang in Drei-Arm-Konfiguration. Der gleiche Zugang konnte im ersten Fall zur Durchführung einer simultanen Nephroureterektomie links und im zweiten Fall zum beidseitigen Leistenhernienverschluss genutzt werden.
Ergebnisse: Im ersten Fall stellte eine schwierige Präparation des refluxiven, ektopen Ureters zwischen Harnblase und Utrikuluszyste mit der Notwendigkeit der intraoperativen Harnblaseneröffnung eine besondere chirurgische Herausforderung dar. Der weitere perioperative Verlauf war bei beiden Kindern komplikationslos.
Schlussfolgerung: Die robotisch assistierte Utrikuluszystenresektion im Kindesalter erlaubt eine präzise Präparation bei komplexer Anatomie und ermöglicht die gleichzeitige Durchführung weiterer Eingriffe über denselben Zugang.



