66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Die maskierte Obstruktion – keep in mind: die Cowper-Syringozele
Text
Einleitung: Die Cowper’sche Syringozele ist eine seltene Differentialdiagnose der infravesikalen Obstruktion, die größen- und altersabhängig zu unterschiedlichsten Symptomen führen kann. Während im Säuglingsalter sekundärer Harnaufstau und fieberhafte Harnwegsinfektionen (DD Urethralklappen) im Vordergrund stehen, fallen sie bei initial kleinen zystischen Erweiterungen durch die langsame Größenzunahme erst bei Jugendlichen und Erwachsenen durch Miktions- und Blasenentleerungsstörungen auf.
Methode: Neben einer kurzen Darstellung von Ätiologie und Pathophysiologie der Syringozelen sollen in dieser Übersicht anhand von klinischen Beispielen das aktuelle diagnostische Vorgehen, insbesondere die Vorteile der Miktionsurosonographie (MUS) dargestellt werden sowie die Möglichkeiten und Grenzen der endoskopischen und offen operativen Therapieoptionen abhängig vom Alter aufgezeigt werden.
Ergebnisse: Unabhängig vom Alter ermöglicht die MUS in vielen Fällen eine zuverlässige Aussage über die Lokalisation und Ausdehnung einer Syringozele. Die diagnostische Endoskopie hat Fallstricke und erfordert neben Erfahrung vor allem die Einbeziehung der Syringozele als Differentialdiagnose. Im Säuglings- und Kleinkindesalter ist die endoskopische Therapie (Inzision) als langfristig kurative Maßnahme fast immer ausreichend.
Schlussfolgerung: Die Cowper’sche Syringozele sollte – unabhängig vom Alter - bei Symptomen der infravesikalen Obstruktion stets als Differentialdiagnose in Betracht gezogen werden. Wenn an sie gedacht wird, ist der diagnostische Nachweis meist gut möglich. Während im Säuglings- und Kleinkindesalter die endoskopische Therapie im Vordergrund steht, ist im Jugend- und Erwachsenenalter die offen-operative Abtragung häufig unumgänglich.



